• Meinungsmacht in Deutschland: Fernsehen hat größten Einfluss, Zeitungen und Internet holen auf

Meinungsmacht in Deutschland : Fernsehen hat größten Einfluss, Zeitungen und Internet holen auf

Fünf Mediengruppen vereinen annähernd zwei Drittel der Meinungsmacht in Deutschland auf sich. Allein die ARD kommt auf fast 23 Prozent. Doch nicht nur das Internet, sondern auch die Tageszeitungen holen auf.

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Schon vor ihrer Einführung sorgt die neue Rundfunkgebühr für reichlich Ärger.
Schon vor ihrer Einführung sorgt die neue Rundfunkgebühr für reichlich Ärger.Foto: dpa

Das Fernsehen ist nach wie vor das wichtigste Medium, wenn es um die Meinungsbildung in Deutschland geht. Dies ergibt der Medien-Vielfalts-Monitor, den die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) am Donnerstag veröffentlicht hat.
Grundlage für den Monitor ist die Studie „Relevanz der Medien für die Meinungsbildung“. Untersucht wird, welche Gewichte Tageszeitungen, Zeitschriften, Radio, TV und Internet für die Meinungsbildung haben. Mit 37 Prozent liegt das Fernsehen vorne. Jedoch mit rückläufigem Trend: Vor zwei Jahren lag die Quote noch bei über 40 Prozent. Gestiegen ist hingegen – wie nicht anders zu erwarten – die Bedeutung des Internet, und zwar von 16,5 auf 17,9 Prozent. Aber auch die Tageszeitungen haben an Einfluss gewonnen. Ihr Gewicht liegt nun bei 22,7 Prozent (plus 1,1 Prozent). Nach dem Fernsehen sind die Zeitungen die zweitwichtigste Mediengattung bei der Meinungsbildung. Das Radio kommt auf 18,9 Prozent und der Zeitschriftensektor auf 3,6 Prozent.

Mit dem Medien-Vielfalts-Monitor, der erstmals im Oktober 2012 Jahres erschien und nun im halbjährlichen Rhythmus veröffentlicht werden soll, wird ermittelt, in welchen Händen sich die Meinungsmacht befindet. Mit großem Abstand liegen hier die Fernseh- und Hörfunksender der ARD vorn, die zusammen auf 22,6 Prozent kommen (plus 0,4 Prozent). Es folgen Bertelsmann, Springer, ProSiebenSat1 sowie das ZDF. Zusammen teilen sich diese fünf Mediengruppen 60 Prozent der Meinungsmacht in Deutschland.

Der Verkauf von Springer-Titeln spielt für die Meinungsmacht so gut wie keine Rolle

Der Verkauf mehrerer Regionalzeitungen und Zeitschriften des Springer Verlages an die Funke-Gruppe (ehemals WAZ) führt hingegen insgesamt zu keinen größeren Veränderungen. Ihr Anteil an der Meinungsbildung beträgt 0,8 Prozent. Allein den Zeitschriftensektor betrachtet steigt jedoch der Einfluss der Funke-Gruppe von 8,1auf 17,1 Prozent. Kurt Sagatz

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