ProSieben nach Stefan Raab : Mehr Arbeit für Joko und Klaas

Ab 2016 muss ProSieben auf die Dienste von Stefan Raab verzichten. Ganz nach vorne dürfen nun andere.

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Joko Winterscheidt (li.) und Klaas Heufer-Umlauf testen am Samstag wieder auf Pro7 Freundschaften in der Primetimeshow „Mein bester Feind“
Mehr Spaß und Arbeit. Joko Winterscheidt (li.) und Klaas Heufer-Umlauf testen am Samstag wieder auf Pro7 Freundschaften in der...Foto: pa / dpa

Mit Freeclimbern einen Turm hochklettern, sich in Kolumbien beschießen lassen, im selbst gebauten U-Boot tauchen – Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf tun bei der Pro-Sieben-Show „Das Duell um die Welt“ alles für die Quote. Das Entertainerduo, 36 und 31 Jahre jung, ist längst mehr als eine Nachwuchshoffnung in der deutschen Fernsehunterhaltung. Kaum ein Monat ohne Primetimeshow bei ProSieben. Nun wird der Druck ein bisschen größer. Joko und Klaas müssen bei ihrem Haussender die Lücken schließen, die Rampensau Stefan Raab mit seinem Weggang zum Jahresende reißt. Der Münchner Privatsender hat daher den Vertrag mit Winterscheidt und Heufer-Umlauf gleich mal „um mehrere Jahre“ verlängert, wie ProSieben am Dienstagabend auf der Jahresprogrammpressekonferenz in Hamburg mitteilte.

„Mit Joko und Klaas haben wir in den vergangenen Jahren mehrere ausgezeichnete Shows entwickelt“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Link. „Diesen Weg wollen wir weitergehen.“ Neu ist mit den beiden das Samstagabendspektakel „Die beste Show der Welt“. Raab, 48, hatte kürzlich überraschend angekündigt, seine „Fernsehschuhe“ nach 16 Jahren ProSieben an den Nagel hängen zu wollen. Geschäftsführer Link bezeichnete Raabs Entscheidung als „tiefen Einschnitt nicht nur für ProSieben, sondern fürs ganze deutsche Fernsehen“.

ProSieben stockt auch mit neuen Formaten auf

Winterscheidt und Heufer-Umlauf allein können es natürlich nicht richten. Fest einkalkuliert im Pro-Sieben-Programm ist trotz rückläufiger Quoten die elfte Staffel der Show „Germany’s Next Topmodel“ mit Heidi Klum. Das Finale soll in einer größeren Arena stattfinden. Neu im Programm ist „The Island“. Der Privatsender will im Herbst 14 Menschen auf eine kleine Insel in der Nähe von Panama schicken. Die Kandidaten filmen sich gegenseitig. Trotz zum Teil mauer Einschaltquoten wie zuletzt im Falle „Empire“ hält ProSieben an US-Serien fest. In „The 100“ kommen 100 Schwerstkriminelle auf die atomar verseuchte Erde. In „The Strain“ suchen Vampire ihre Opfer, in „The Royals“ tritt Liz Hurley als Queen Helena auf.

Sat1 setzt auf deutsche Serien

Partnersender Sat 1 hingegen will auch nach dem Ende prominenter Aushängeschilder wie „Der letzte Bulle“ und „Danni Lowinski“ neue Serienstoffe selbst anpacken. Neben der täglichen Vorabendsoap mit dem Titel „Milia“ mit Susan Sideropoulos in der Hauptrolle plant Sat 1 für den Herbst die Ausstrahlung der Serie „Frauenherzen“ mit Muriel Baumeister und Nadeshda Brennicke. Neu ist auch die Krimireihe „23 Cases“ mit der gebürtigen Kölnerin Shadi Hedayati, Jahrgang 1985, das ist fürs nächste Frühjahr geplant. Die Chancen des TV-Experiments „Newtopia“ auf eine Fortsetzung scheinen indes gering. Er gehe nach dem derzeitigen Stand nicht davon aus, dass die Sendung nach einem Jahr fortgesetzt werde, sagte Sat-1-Geschäftsführer Nicolas Paalzow. Von ähnlichen Problemen sind Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf weit entfernt. Sie testen am Samstag auf ProSieben Freundschaften in „Mein bester Feind“. (mit dpa)

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