Prozessauftakt : Angriff auf Kamerateam

Drei Verletzte gab es nach einer Schlägerattacke 2013 auf ein Kamerateam des Südwestrundfunks. Die Angeklagten weisen die Beschuldigungen zurück.

Monika Hillemacher
Vor Gericht. Elivs L., einer der beiden Hauptangeklagten, sitzt beim Prozessauftakt im Amtsgericht von Offenbach neben seiner Verteidigerin. Foto: dpa:
Vor Gericht. Elivs L., einer der beiden Hauptangeklagten, sitzt beim Prozessauftakt im Amtsgericht von Offenbach neben seiner...Foto: dpa:

Vor dem Amtsgericht Offenbach hat am Donnerstag der Prozess gegen zwei Männer begonnen, die ein Kamerateam des Südwestrundfunks (SWR) geschlagen und getreten haben sollen. Das Team war 2013 bei Dreharbeiten vor einer Moschee von mindestens fünf Männern attackiert worden. Drei Menschen wurden verletzt. Zum Auftakt des Verfahrens bestritten die Angeklagten ihre Beteiligung an dem Angriff. Sie machten dafür andere aus der Gruppe verantwortlich. Bei einer Verurteilung droht den 24 und 25 Jahre alten Männern eine Haftstrafe. Für den Prozess sind insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Unter den Zeugen ist auch das Kamerateam.

Der Angeklagte Harun A. (25) beteuerte mehrfach: „Ich war's nicht, ich habe niemanden geschlagen.“ Stattdessen habe er schlichten wollen. Sein 24 Jahre alter Mitangeklagter Elvis L. sagte aus, er sei erst hinzugekommen, als die Schlägerei bereits im Gange gewesen sei und von anderen zur Seite gedrängt worden. Das Fernsehteam hatte vor der Moschee Aufnahmen gemacht und auf ein Gespräch mit dem Imam gewartet. Hintergrund der Recherchen waren Hinweise, wonach ein Jugendlicher aus dem Umfeld der Moschee nach Syrien ausreisen wollte, um dort für die Islamisten zu kämpfen. Vor Gericht beschrieben drei Mitglieder des Fernsehteams die Attacke als völlig überraschend. An einzelne Schläger konnten sich die Zeugen nicht genau erinnern. Ursprünglich waren in dem Verfahren vier Männer angeklagt. Zwei von ihnen sind untergetaucht, darunter ein Salafist. Er setzte sich im Mai 2014 trotz Überwachung durch eine elektronische Fußfessel Richtung Syrien ab. Der zweite Flüchtige war zur Tatzeit minderjährig. 

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