Steigende Zahl an Beschwerden : "Tagesschau" bekommt Qualitätsmanager

ARD-akuell reagiert auf wachsende Zahl an Zuschauerbeschwerden. Allein tagesschau.de bekommt pro Tag 2000 Kommentare

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Kai Gniffke ist Erster Chefredakteur der ARD-aktuell-Redaktion, die "Tageschau" und "Tagesthemen" produziert
Kai Gniffke ist Erster Chefredakteur der ARD-aktuell-Redaktion, die "Tageschau" und "Tagesthemen" produziertFoto: NDR

Die Redaktion der „Tagesschau“ soll künftig von einem Qualitätsmanager unterstützt werden. Die Funktion solle von einem Redakteur besetzt und im kommenden Jahr durch interne Umstrukturierung eingerichtet werden, teilte der NDR am Dienstag mit. Der Sender ist für die Redaktion ARD aktuell verantwortlich. Deren Chefredakteur Kai Gniffke plädierte im Rahmen einer Vorlesungsreihe zum Thema „Lügenpresse“ an der Hamburger Uni zugleich für mehr Erklärformate in den Sendungen von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“, was dazu führen werde, dass andere Themen weniger oder kürzer behandelt würden. „Wir werden in Zukunft stärker sieben und uns auch mehr erklären müssen, warum wir das tun“.
Die ARD-aktuell-Redaktion stand in der Kritik, weil sie sich am Samstag entschieden hatte, in der 20-Uhr-„Tagesschau“ nicht über die Festnahme eines minderjährigen Flüchtlings zu berichten, der eine 19-jährige Studentin in Freiburg ermordet haben soll. Bis zum Dienstagabend hat es nach NDR-Angaben fünf Programmbeschwerden zu dem Fall gegeben. Die Vorsitzende des Rundfunkrats, Ursula Thümler, nehme „solche Beschwerden zur Kenntnis und befindet dann über das weitere Vorgehen“, sagte NDR-Pressesprecher Martin Gartzke.

Wachsende Zahl an Leser- und Zuschauerkommentaren


ARD-aktuell-Chef Gniffke berichtete von einer wachsenden Zahl an Leser- und Zuschauerkommentaren seit dem Beginn der Ukraine-Krise vor knapp drei Jahren. Mittlerweile erreichten die Redaktion pro Tag durchschnittlich 200 Kommentare per Mail, 2000 Kommentare bei tagesschau.de, 8000 Posts via Facebook sowie eine Programmbeschwerde, mit der sich der Rundfunkrat befassen müsse. Ein Team von neun Angestellten sowie zusätzliches Personal aus der Social-Media-Redaktion kümmerten sich um die Beantwortung der Kritik. „Bei der Quantität der Zuschauerkritik sind wir – glaube ich – Marktführer.“ (mit dpa und epd)

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