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"Wetten, dass..?"-Quotenabsturz : Kann's Lanz nicht?

09.06.2013 15:50 Uhrvon
Es sollte der krönende "Wetten, dass..?"-Saisonabschluss werden. Doch nicht nur zwischen Cindy aus Marzahn und Markus Lanz stimmte an diesem Abend die Chemie nicht.Bilder
Es sollte der krönende "Wetten, dass..?"-Saisonabschluss werden. Doch nicht nur zwischen Cindy aus Marzahn und Markus Lanz stimmte an diesem Abend die Chemie nicht. Mit 6,7...

„Wetten, dass..?“ säuft ab. Weniger als sieben Millionen Zuschauer wollen die Traditionsshow noch sehen. Markus Lanz führt die Show zu einem neuen Quotentiefstand

Diese Zahlen wird „Wetten, dass..?“-Moderator Markus Lanz nicht weglächeln können. Nur 6,7 Millionen Menschen wollten das Saisonfinale der Show am Samstagabend auf Mallorca sehen. Zur seiner Premiere waren es mit 13,6 Millionen noch mehr als doppelt so viele. Das ist der schlechteste Wert für Markus Lanz und zugleich der absolute Tiefstand für die ZDF-Unterhaltungssendung. Schlimmer noch für die Mainzer: Das mangelnde Interesse lässt sich nicht mit einem starken Konkurrenzangebot erklären. Was auf der Balearen-Insel an Peinlichkeiten geboten wurde, lässt vielmehr jede Ballermann-Sause wie Hochkultur erscheinen.

Als unschlagbarer Tiefpunkt musste sich der britische Schauspieler Gerard Butler Eiswürfel in die Hose schütten und dazu den „Erlkönig“ rezitieren, weil Markus Lanz gelesen hatte, dass der Mime das schon einmal getan haben soll, um um sich besser zu konzentrieren.

Doch da hatte Lanz offenbar falsch gelesen: Tatsächlich trug Butler einen Ganzkörperanzug, in dem ihm so heiß wurde, dass er sich mittels Eiswürfel Kühlung verschaffte. Jedenfalls hat nach Tom Hanks nun ein weiterer Hollywood-Star genug zu erzählen, wenn er nach den Besonderheiten deutscher Unterhaltungsshows befragt werden sollte. Dabei war Butler die einzige internationale Show-Größe, die sich überhaupt zu Lanz nach Mallorca aufgemacht hatte. Dass ihm die Michael-Jackson-Kinder abgesagt hatten, war noch den persönlichen Problemen von Paris nachzuvollziehen. Dann gab ihm auch noch „Baywatch“-Ikone Pamela Anderson einen Korb. Lanz’ Konter war heftig: „Der hat genauso viel Plastik wie Pamela“, sagte er über den Strand-Buggy, mit dem er in die Arena von Palma de Mallorca gefahren war.

Am Ende der ersten „Wetten, dass..?“-Saison, es war für den Moderator immerhin die siebte Sendung, stellt sich somit die Frage: Kann's Lanz nicht? Dass er mit seiner Nervosität offen umgeht, spricht noch für ihn. Spätestens wenn das rote Kameralicht angeht, sollte er sie aber ablegen. Statt dessen hält er sich krampfhaft an seinen Fragenzetteln fest. Echte Gespräche kommen nicht zustande, wenn – wie bei Michelle Hunziker – nur die bereits vom Boulevard bekannten Themen abgefragt werden. Dabei hat ihm die Ex-„Wetten, dass..?“-Komoderatorin, die vor zwei Jahren noch selbst mit Thomas Gottschalk auf Mallorca vor der Kamera gestanden hatte, doch ein echtes Geschenk gemacht. In Lanz Sendung erzählte sie, wie ihr Tomaso Trussardi auf Knien einen Heiratsantrag gemacht hat. Auch Stefan Raab wurde seiner Rolle mehr als gerecht. Dass er skrupellos Werbung für seine „Doosh“-Brause machte: geschenkt. Dafür ließ es sich der Extrem-Moderator („Schlag den Raab“) nicht nehmen, selbst einige Sprossen einer Feuerwehrleiter hochzuhangeln.

Markus Lanz scheint nicht an den Antworten seiner Gäste interessiert zu sein.

Diese Lockerheit ist nicht Lanz’ Sache. Wer bereits die nächste Frage stellt, während sein Gast noch nicht einmal die letzte beantworten konnte, scheint nicht wirklich an den Antworten interessiert zu sein. Doch das wurde bereits seinem Vorgänger Thomas Gottschalk vorgeworfen. Apropos Gottschalk. Als „Thommy“ dauerhaft unter die Zehn-Millionen-Marke fiel, setzte die Diskussion über die Zukunft von „Wetten, dass..?“ ein. Auf Mallorca hat Markus Lanz sich nun ebenfalls als Tiefenmesser probiert. Auf der Suche nach den Grenzen des schlechten Geschmacks ist er nicht fündig geworden, die Zuschauer haben ihn dafür mit der schlechtesten „Wetten, dass..?“-Quote bestraft.
Schlimmer noch: Weil er bei der Arena-Challenge die Regeln lasch auslegte, brandeten Buhrufe auf Lanz ein. Nur mit Mühe und dem Verweis, dass die Menschen in Deutschland derzeit andere Sorgen hätten, bekam er die Lage in den Griff (siehe Kritik auf www.tagesspiegel.de). So liefen am Ende nur zwei Dinge richtig: die spektakulärste Wette gewann und das ZDF erzielte mit einem Spendenaufruf über eine halbe Million Euro für die Hochwasseropfer. Ob das ausreicht, um Lanz als „Wetten, dass..?“-Moderator zu halten? Kurt Sagatz

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