Zukunft gesucht : Was wird aus der "ran"-Redaktion?

Nach dem Finale in der Fußball-Champions-League ist unklar, was aus der Sat-1-„ran“-Redaktion und Johannes B. Kerner wird.

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Wo redet er künftig? Johannes B. Kerner (rechts) mit Jupp Heynckes.
Wo redet er künftig? Johannes B. Kerner (rechts) mit Jupp Heynckes.Foto: dapd

Die Champions-League-Saison ist beendet, es lebe die Champions League. Nach der Fußball-Europameisterschaft geht es ja im August schon bald weiter mit den ersten Qualifikationsrunden zum Königswettbewerb der Vereinsmannschaften. Sat1 wird dann nicht mehr in den Stadien sein.

Das Team mit den Moderatoren Andrea Kaiser und Johannes B. Kerner oder Kommentator Wolff-Christoph Fuss knipste Samstagnacht nach der Übertragung des dramatischen Endspiels Bayern München gegen Chelsea vor mehr als 16 Millionen Zuschauern erst mal die Lichter aus. Die nächsten Champions-League-Runden überträgt das ZDF. Unklar ist weiterhin, was aus Kerner, Fuss und der bewährten „ran“-Redaktion wird. Seit 1993 hatte der Münchner Privatsender regelmäßig Fußball im Programm, lange Zeit – mit der über Sendergrenzen hinaus anerkannten – „ran“-Bundesliga-Sendung, zurzeit mit einem Team aus neun festen und 25 freien Mitarbeitern, die sich, ohne Fußball-Champions-League, bei Sat1 aufs Boxen verlegen müssten.

Es könnte auch mit größerem Fußball für sie weitergehen, wenn sich Sat1 dazu entschließt, die TV-Rechte der Euro League zu erwerben. Man sei derzeit in Gesprächen mit der Uefa, sagte Sat-1-Sportchef Sven Froberg der dpa. „Wir prüfen, ob das wirtschaftlich darstellbar ist.“ Wie konkret die Erwerbsabsichten sind und wo die finanzielle Schmerzgrenze liegt, dazu wollte sich Froberg am Montag nicht äußern. Nur so viel: „Bei Sat1 wird es auch in Zukunft Sport geben.“ Attraktive Sportrechte seien für einen Sender wie Sat1 immer interessant.

Anfang Juni könnten, wie man hört, Ergebnisse aus den Verhandlungen mit der Uefa zur Euro League vorliegen. In der zurückliegenden Saison wurde dieser Wettbewerb von Sat1 öfter zum Schwestersender Kabel Eins verbannt. Aber ehe man nun gar kein Fußball mehr im Programm hat... Was passiert sonst? Normalerweise ziehen Redakteure, Moderatoren und Kommentatoren einer Sportredaktion weiter, wenn Fernsehrechte wechseln. ZDF und ARD (mit der „Sportschau“) sind personell ziemlich gut bestückt. Ein Fuss beim Zweiten wäre dennoch gut vorstellbar.

Der populäre Kommentator wollte sich dazu bislang nicht äußern. Johannes B. Kerner hat noch einen Vertrag bei Sat1. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass sich der prominente Moderator auf einem kleinen Kanal an der Präsentation von Spielen wie Kopenhagen gegen Hannover 96 versucht. Zudem Kerner auch nächste Saison Bundesliga-Live-Fußball präsentieren darf – beim Internet-Sender Liga Total!.

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