Berliner Imbisse im Test : Lucha Libre

Mexiko in Moabit: In dem jüngst eröffneten Imbiss-Restaurant in der Arminiusmarkthalle werden Tacos in außerordentlicher Qualität serviert.

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Küchenchef Eduardo Blanco Huanca in seinem Foodtruck.
Küchenchef Eduardo Blanco Huanca in seinem Foodtruck.Foto: promo/Arminiusmarkthalle

Lucha Libre“ heißt übersetzt so viel wie „freier Kampf“. In Mexiko wird damit das Spektakel benannt, bei dem Menschen in Strumpfhosen und bunten Masken bei einer überdreht-irren Wrestlingshow aufeinander losgehen. Das muss man nicht wissen, aber es hilft, wenn man abends in die Arminiusmarkthalle kommt und an der Bar bei dem silbern glänzenden, zur Küche umfunktionierten VW-Bus ein paar Drinks bestellt. Denn die werden auf Getränkeuntersetzern serviert, auf denen Wrestler zu sehen sind wie „El Pulpo“ mit seiner Tentakelmaske oder „El Patatador“, dessen Maske an eine Chilischoten-umflorte Kartoffelpflanze erinnert.

Bar, Untersetzer und Indoor-Foodtruck bilden zusammen das „Lucha Libre“, das jüngst eröffnete Imbiss-Restaurant, das die heimliche Feinschmeckerhalle in Moabit komplettiert. Neben dem elsässischen „Rosa Lisbert“, dem österreichischen „Habe die Ehre“, dem peruanischen „Naninka“, gegenüber vom amerikanischen „Pignut-BBQ“ werden jetzt auch Tacos serviert. Und das in außerordentlicher Qualität: Aus lila Maismehl gebacken, schmecken sie eindeutig besser als die üblichen Knuspertaschen.

Die Avocado-Pommes - auf wundersame Weise kross ausgebacken

Küchentruckchef Eduardo Blanco Huanca gibt darauf wahlweise Pulpo, Schweinebauch, eingelegtes Gemüse, Zunge oder Rinderbrust und eine jeweils auf die Füllung genau abgestimmte Sauce, auf extra-köstlich getrimmt – Schweinebauch mild, Pulpo eher scharf, aber fein justiert, ohne Chilialarm (je zwei Tacos sieben beziehungsweise acht Euro). Die Avocado-Pommes (vier Euro) dazu werden auf wundersame Weise kross ausgebacken und die neu interpretierten Classic-Cocktails (acht Euro) von Barchefin Regina Ann Birchwell sind einfach eine Klasse für sich. Die süffige Margarita zum Beispiel ist subtil feinsäuerlich abgeschmeckt.

Das scheint die Schlagrichtung der „Rosa Lisbert“- und jetzt auch „Lucha Libre“-Wirte Lisa Meyer und Robert Havemann zu sein: dem Tex-Mex-Klischee der üblichen mexikanischen Restaurants die Stirn zu bieten. Im „Lucha Libre“ kann man schmecken, warum diese Küche 2010 als eine der ersten in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen wurde.

Adresse  In der Arminiusmarkthalle, Arminiusstraße 2–4, Moabit

Im Netz  luchalibre-berlin.de

Geöffnet  Mo–Fr ab 17 Uhr, Sa ab 14 Uhr

Interessanter Nachbar  Alle Restaurants in der Markthalle lohnen einen Besuch

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