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17 Anzeigen nach Deutschlandspiel : Sexuelle Übergriffe auf der Fanmeile angezeigt

Beim Public Viewing ist es am Sonntag offenbar zu sexuellen Übergriffen gekommen. Zudem soll ein Mann den Hitlergruß gezeigt haben.

Wiebke Fröhlich
Fußballfans auf der Fanmeile am Brandenburger Tor.
Fußballfans auf der Fanmeile am Brandenburger Tor.Foto: dpa/Maurizio Gambarini

Nach dem Public Viewing auf der Fanmeile zum Achtelfinalspiel am Sonntag ist bei der Polizei in 17 Fällen Anzeige erstattet worden. Unter anderem handele es sich um drei Fälle der "Beleidigung auf sexueller Grundlage", teilte die Polizei am Montag auf Nachfrage mit. Eine 14-Jährige habe angegeben, aus einer Gruppe von Männern an der Brust und am Hinterteil angefasst worden zu sein. Eine weitere Frau erstattete Anzeige gegen Unbekannt, weil auch sie am Hintern betatscht worden sei. Gleich mehrere Personen meldeten einen 76 Jahre alten Mann, der auf der Straße des 17. Juni "mit einem Dildo durch die Menge gelaufen ist", sagte die Polizeisprecherin. Bereits beim Karneval der Kulturen hatte es Anzeigen wegen sexueller Belästigung aus Gruppen gegeben.

Hitlergruß: Verdächtiger ermittelt

Außerdem haben die Beamten die Personalien eines Mannes aufgenommen, der den sogenannten "Deutschen Gruß" gezeigt haben soll. Das ist als "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" strafbar. Es ist nicht der erste derartige Vorfall bei der laufenden EM. Während des Spiels zwischen Deutschland und Polen am 16. Juni wurde ein 42-Jähriger auf der Fanmeile vorläufig festgenommen. Polizisten hatten beobachtet, wie er während des Abspielens der deutschen Nationalhymne vor dem Spiel der Nationalmannschaft gegen Polen den Hitlergruß zeigte.

Vor dem Auftaktspiel der deutschen Mannschaft hatte ein Zuschauer ebenfalls wiederholt den Hitlergruß gezeigt. Die Polizei hatte nach ihm sogar mit einem Aufruf gesucht.

Überwiegend Körperverletzung, Nötigung und Widerstand

In sechs Fällen wurde Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Die Polizei berichtet ferner von einer Beleidigung und einer Bedrohung. Die übrigen Anzeigen seien wegen Nötigung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte erstattet worden.

Die Polizei war am Sonntag mit etwa 430 Polizisten ab 13 Uhr im Einsatz. Sie schätzt die Zahl der Besucher auf bis zu 50.000, die Veranstalter sprechen sogar von 100.000 Fans.

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