30.Geburtstag : Jubiläumsansturm im Spreewaldbad Kreuzberg

Zum 30. Geburtstag gab es am Samstag im Spreewaldplatz viel Spaß für wenig Geld – und Erinnerungen gratis.

Gebaut wie eine Welle. Seit 30 Jahren ist das Spreewaldbad eine wichtige Adresse für alle Kreuzberger Schwimmfans.
Gebaut wie eine Welle. Seit 30 Jahren ist das Spreewaldbad eine wichtige Adresse für alle Kreuzberger Schwimmfans.Foto: imago/enters

Fotini Themelakis (7) findet die Wellen am tollsten. Tarik und Mohamed (15 und 17) lieben das Sprungbecken. Charlize Kepezkaya (3) freut sich auf die Kinderrutsche und das Planschen mit Papa und Lasse Wagner (6) ist diesmal nicht nur auf dem Sprungturm sondern auch bei der Kindershow „Frank und seine Freunde“ zu finden.

Deniz Kepezkaya mit Töchterchen Charlize. Beide hatten viel Spaß in der Plantsche.
Deniz Kepezkaya mit Töchterchen Charlize. Beide hatten viel Spaß in der Plantsche.Foto: Sandra Dassler

Die Stimmung ist toll, nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen, die an diesem Sonnabend das Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg besuchen. Dass hier der 30. Geburtstag gefeiert wird, haben nur die wenigsten Eltern im Vorfeld mitbekommen. Umso größer ist die Freude über den Jubiläumspreis: Drei Euro für den ganzen Tag! Einschließlich der spannenden Spiele mit „Radio Teddy“ - vom Wasserbombenfangen bis Boote ziehen.

Barbara Wagner mit Sohn Lasse. Der Sechsjährige trainiert schon seit zwei Jahren im Schwimmverein.
Barbara Wagner mit Sohn Lasse. Der Sechsjährige trainiert schon seit zwei Jahren im Schwimmverein.Foto: Sandra Dassler

Lasse hat beim Schlauchbootrennen mitgemacht, der Sechsjährige kann schon seit zwei Jahren schwimmen und trainiert regelmäßig im Verein. Im Sommer sei das kein Problem, die Familie hat einen Wohnwagen am Schwielochsee, erzählt Lasses Mutter, Barbara Wagner. Im Winter in Berlin sei es schwieriger. „Eigentlich hat die Stadt zu wenig Schwimmhallen für so viele Menschen“, sagt sie.

Für Kinder sei das Bad am Spreewaldplatz aber gut geeignet, nicht nur wegen der Wellen. „Das Wasser ist schön warm, da können die Kinder länger schwimmen üben“, sagt ein Vater. Eine Mutter freut sich, dass es meist sauber ist – „kein Vergleich zum Stadtbad Schöneberg, wo es zudem noch auf den Gängen zieht.“

Der Chef arbeitetet schon seit 1987 im Bad

Martin Minkwitz freut sich über solches Lob. Der 56-Jährige hat hier schon zur Eröffnung im Februar 1987 als Schwimmmeister gearbeitet. Dass er das Bad vor drei Jahren als Leiter übernommen hat, sei eher Zufall gewesen, sagt er. Als er erfuhr, dass es zum 25. Jubiläum kein Fest gegeben hatte, stand sein Entschluss fest: „Wenn wir den 30. Geburtstag auch nicht feiern, wird es gar nichts mehr“, sagte er seinen Mitarbeitern.

Auch wenn es nicht einfach gewesen sei, bis hin zum Wachschutz alles zu organisieren - der Erfolg gibt ihm Recht. Bis zum Mittag sind schon mehr als 600 Besucher gekommen. Und am Abend, wenn ein DJ auflegt, wird es sicher noch einmal richtig voll werden, vermutet Minkwitz.

Der Chef im Spreewaldbad: Martin Minkwitz arbeitet hier seit 30 Jahren.
Der Chef im Spreewaldbad: Martin Minkwitz arbeitet hier seit 30 Jahren.Foto: Sandra Dassler

Und erzählt, dass das Bad am Spreewaldplatz ein wenig auch der Teilung Berlins zu verdanken sei. „Nachdem Ostberlin das SEZ, also das Sport- und Erholungszentrum eingeweiht hatte, wollte man im Westteil etwas nachziehen“, erzählt er: „Es gab zwar das Blub, aber das war privat und dreimal so teuer.“

Auf die Frage, was sich in den vergangenen 30 Jahren geändert hat, kommt die Antwort sofort: „Das Publikum natürlich“, sagt Martin Minkwitz. Damals hätten sich selten mal einige türkischstämmige Berliner unter die Gäste gemischt, heute sei man wirklich multikulti. „Ich finde das schön“, sagt Minkwitz. Natürlich gebe es manchmal Probleme mit den Drogendealern vom Görlitzer Park gleich nebenan. Und manche Besucher müsse man aus dem Bad weisen, weil sie sich nicht an die Regeln hielten, aber das habe nichts mit ihrer Herkunft zu tun.

Im Gegenteil, sagt Minkwitz: „Gerade Menschen mit Migrationshintergrund sind oft sehr dankbare Gäste. Daher werden in diesem Jahr auch erstmals Flüchtlinge zu Fachangestellten der Bäderbetriebe ausgebildet.“

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