A 100 : Teuerste Autobahn Deutschlands wird noch teurer

Sie ist schon eine der teuersten Autobahnen Deutschlands, jetzt gibt es erneut einen Preisaufschlag: Die A 100 wird mindestens mit 475 Millionen Euro zu Buche schlagen. Und das könnte noch nicht einmal das Ende der Preissteigerung sein.

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Schnell und teuer voran. Die Verlängerung der Stadtautobahn nach Treptow kostet jetzt bald eine halbe Millirade Euro.
Schnell und teuer voran. Die Verlängerung der Stadtautobahn nach Treptow kostet jetzt bald eine halbe Millirade Euro.Foto: dapd/Patrick Sinkel

BerlinNach der Kostensteigerung beim Weiterbau der A 100 von 420 Millionen Euro auf mindestens 475 Millionen Euro fordert der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Harald Moritz, erneut, auf den Bau zu verzichten. Rechne man die Planungskosten hinzu, würden für die 3,2 Kilometer neuer Autobahn insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Euro ausgegeben. Und bei den Kostensteigerungen sei das Ende sicher noch nicht erreicht, sagte Moritz dem Tagesspiegel.

Der Bundesrechnungshof, der die neuen Zahlen ermittelt hat, gibt ebenfalls zu bedenken, dass sich eine Kostenberechnung immer auf das Jahr ihrer Entstehung beziehe. Die 420 Millionen Euro als Baukosten waren 2007 ermittelt worden. Die langjährige Erfahrung zeige, dass die angesetzten Kosten schon wieder überholt seien, wenn der Bau beginne. Für die A 100 ist noch kein Baustart fest terminiert, weil gegen den Weiterbau noch Klagen vor dem Bundesverwaltungsgericht laufen, die in diesem Jahr entschieden werden sollen.

Die Geschichte der Berliner Stadtautobahnen
Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.Weitere Bilder anzeigen
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17.03.2017 08:24Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.

Auch die Planer in der Senatsverkehrsverwaltung haben inzwischen eine Kostensteigerung errechnet und geben nun 461,5 Millionen Euro an. Der Bundesrechnungshof begründet die Steigerungen mit den allgemeinen Preiserhöhungen im Baugewerbe, mit konkreteren Berechnungen aufgrund einer detaillierteren Planung und höheren Kosten beim Grunderwerb. 17,1 Millionen Euro sind hierfür bereits ausgegeben worden; veranschlagt waren 56 Millionen Euro.

Weitere Kostenrisiken sehen die Prüfer des Rechnungshofes beim Beseitigen von belastetem Boden, bei weiteren Baupreissteigerungen bis zum Beginn der Arbeiten, bei noch nicht genehmigten Bauweisen sowie durch mögliche Entschädigungsforderungen von Grundstückseigentümern.

Die Wirtschaftlichkeit des Projekts ist für die Prüfer trotzdem nicht gefährdet. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis sinke nur von 3,6 auf 3,2. Als wirtschaftlich gilt ein Wert von mehr als 1.

Von der planenden Senatsverkehrsverwaltung gab es am Mittwoch noch keine Stellungnahme. Auch das Bundesverkehrsministerium will den Rechnungshofbericht erst am heutigen Donnerstag bewerten. Klaus Kurpjuweit

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