Ahmadiyya-Gemeinde : Muslime werben für ihr Frauenbild

Mit dem Islam verbinden viele nur Ehrenmorde, Zwangsehen und die Unterdrückung von Frauen. Mit einer Imagekampagne will die Ahmadiyya-Gemeinde aus Pankow dieses Bild korrigieren.

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Abdul Basit Tariq, Imam in der Khadjia-Moschee
Abdul Basit Tariq, Imam in der Khadjia-MoscheeFoto: dapd

Muhammad Asif Sadiq ist sichtlich um den richtigen Eindruck bemüht. „Wir wollen keine Parallelgesellschaft, wir lassen unsere Imame in Deutschland ausbilden, wir wollen mehr Bildung für Frauen“, erklärt Sadiq am Donnerstag in der derzeit einzigen Moschee im Berliner Osten. Die Khadjia-Moschee in der Tiniusstraße in Pankow gehört der Ahmadiyya-Gemeinde, für die Sadiq in Berlin tätig ist. Seine Gemeinde gilt als Reformbewegung im Islam, ihre Anhänger – von denen es in Berlin eigenen Angaben zufolge 220 gibt – als friedlich.

Bildergalerie: Die Gemeinde der Ahmadiyya-Muslime in Pankow

Ahmadiyya-Moschee in Pankow
Ahmadiyya Muslim Gemeinde Berlin
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1 von 10Foto: ddp
29.07.2009 08:29Seit 1975 gibt es in Berlin eine Gemeinde der Ahmadiyya-Muslime. Die in mehr als 180 Ländern vertretene Glaubensgemeinschaft gilt...

Jetzt will die Gemeinde Vorurteile gegenüber dem Islam korrigieren, wonach er für Ehrenmorde und Zwangsehen steht. Am kommenden Mittwoch laden die Ahmadiyya-Anhänger zu einer Veranstaltung über die „Frau im Islam“. Schon im April haben die Gemeindemitglieder rund 250 Plakate in den S-Bahnen ausgehängt. „Für 7000 Euro bleiben sie einen Monat hängen“, sagt Sadiq. Auf den Plakaten sollen Sätze aus dem Koran deutlich machen, worum es Ahmadiyya-Anhängern zufolge im Islam geht – etwa: „Der Beste unter euch ist derjenige, der seine Frau am besten behandelt.“ Oder: „Es soll kein Zwang sein im Glauben.“

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