Eine Spezialeinheit zur Bekämpfung von illegalen Hotels

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Airbnb und Gentrifizierung : Häuserkampf trifft auch New York
Lukas Hermsmeier

Die Stadt hat sich dem Thema lange halbherzig angenommen. Zwar wurde bereits 2006 eine Spezialeinheit zur Bekämpfung von illegalen Hotels gegründet, die direkt dem Bürgermeister unterstellt ist. Doch das war vor dem Aufstieg Airbnbs. Und so sind die zehn Mitarbeiter, die die 8,5-Millionen-Einwohner-Metropole überwachen sollen, überfordert. In Berlin geht es den Bezirken ähnlich.

Die New Yorker Truppe reagiert lediglich auf Klagen von Anwohnern – und das meist nur verzögert. „Die Regierung sollte proaktiver eingreifen“, fordert Datensammler Cox, der von seinen Ergebnissen selbst überrascht war. „Allein in meinem Viertel Bedford-Stuyvesant werden über 1200 Häuser und Wohnungen gelistet. 93 Prozent davon sind ‚highly available', werden also mehr als 60 Tage pro Jahr angeboten.“ All diese Unterkünfte fehlen dem regulären Wohnungsmarkt.

Auf ganz New York bezogen zeigt Cox' Statistik, dass in knapp 60 Prozent der Fälle ein komplettes Haus oder eine komplette Wohnung angeboten werden. Die Durchschnittsnacht kostet 171 US-Dollar. Und bemerkenswerte 30 Prozent der Gastgeber bieten mehr als eine Einheit an.

Die Rhetorik der Gegner und Befürworter scheint universell. Verdrängung und Lärm beklagen manche Anwohner. „I don't want strangers as neighbors“ (Ich möchte keine Fremden als Nachbarn) – so stand es auf einem Plakat, das vor der City Hall hochgehalten wurde. Andere New Yorker sagen, dass sie sich nur durch die gelegentliche Untervermietung ihre Wohnung überhaupt leisten können. Bei einer Umfrage Ende 2014 stimmten 56 Prozent der Einwohner für die grundsätzliche Möglichkeit, ihr Apartment an Fremde vermieten zu können. 36 Prozent votierten dagegen. Und bei den Politikern stehen sich – wie in Berlin oder London – Gentrifizierungs-Warner und Tourismusgeschäfts-Freunde gegenüber. Die Hotelindustrie ist von Airbnb so entzückt wie das Taxigewerbe von Uber.

72 Prozent der Angebote verstoßen gegen Gesetze

New Yorks Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman gehört zu den Chef-Kritikern. Er veröffentlichte im vergangenen Oktober einen ersten Report, der besagte, dass 72 Prozent der Airbnb-Angebote gegen die gültigen Gesetze verstoßen. „Jeder, der hier ein illegales Gewerbe betreibt, sollte wissen, dass wir gegen Steuerhinterziehung scharf vorgehen werden“, sagte Schneiderman. Nur wie genau, das sagte er nicht. Airbnb hatte vor einem Jahr einen offenen Brief an die Regierung New York Citys verfasst. Die zentrale Forderung: Das Unternehmen will Steuern von den Gastgebern einsammeln um diese dann direkt an die Stadt weiterzugeben. So wie es bereits in Städten wie San Francisco geschieht. Doch eine Regelung wurde bis heute nicht gefunden. Der erhöhte Druck führte immerhin dazu, dass das Portal rund 2000 Angebote von seiner Seite nahm. Eine Gruppe von Airbnb-Gastgebern reichte unterdessen Klage gegen das Portal von Cox ein, nachdem ihre persönlichen Daten an Staatsanwalt Schneiderman weitergegeben werden sollten.

„Die Regierung nimmt die Sorgen der Anwohner ernst. Und das ist gut“, sagt Murray Cox, dessen Datensammlung zweifelsohne am zentralen Airbnb-Mantra zweifeln lässt – dass die meisten Nutzer ihre Wohnung nur vermieten, wenn sie im Urlaub sind. „87 Prozent der Angebote sind längerfristig verfügbar“, so Cox. Nun könne sich nun „jeder New Yorker über das Ausmaß“ in seinem Kiez informieren. Der IT-Experte arbeitet bereits an weiteren Karten – für andere Städte, auch international.

Die Datensammlung aus New York: www.insideairbnb.com

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