Ampeln in Berlin : Bürger wollen zusätzliche Anlage am Ostkreuz

An der Hauptstraße vor dem Bahnhof Ostkreuz ist der Verkehr dicht - und genau hier fehlt eine Ampel. Für eine provisorische Anlage fehlt das Geld, also können Fußgänger einfach über die Straße rennen. Eine gefährliche Situation.

Stefan Kuhfs
Protest in drei Farben. Maren Sigmund will, dass ihr Sohn künftig sicherer über diese Kreuzung kommt. Foto: Stefan Kuhfs
Protest in drei Farben. Maren Sigmund will, dass ihr Sohn künftig sicherer über diese Kreuzung kommt.Foto: Stefan Kuhfs

Die Internetseite, auf der das Land Berlin über die Bauarbeiten am Bahnhof Ostkreuz informiert, zeigt viel Grün und schmale Straßen. Doch noch ist von dieser Idylle nicht viel zu sehen. Auf der Hauptstraße, die gleich am Bahnhof liegt, herrscht dichter Verkehr. Und um die Frage, wie schnell hier eine Fußgängerampel gebraucht wird, gibt es Streit.

Netzwerk fordert Ampel an dieser Kreuzung

Knapp 30 000 Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs. Gleich am Bahnhof biegt die Kynaststraße in die Hauptstraße ein. Eine Ampel für Fußgänger fehlt an der Kreuzung, die nächste Ampel liegt fast fünfhundert Meter weiter. Und so lässt sich beobachten, wie zwei Mädchen mit Schulranzen Hand in Hand über die Straße rennen. Als sie auf der anderen Seite angekommen sind, zieht ein gelber Betonmischer an ihnen vorbei.

Ein Netzwerk von Initiativen rund um das Ostkreuz macht sich seit einiger Zeit für die Installation einer Ampel an dieser Kreuzung stark. „Ich lasse meine Kinder hier inzwischen nicht mehr alleine entlang gehen. Die Straße ist mir zu gefährlich“, sagt Maren Sigmund, die mit ihrem Sohn regelmäßig am Bahnhof vorbei muss.

Gefährliche Kreuzungen
Die Berliner Polizei warnt Radfahrer vor acht Unfallschwerpunkten. Am Kottbusser Tor zum Beispiel sollten Radfahrer beim Abbiegen genau aufpassen. Foto: Kai-Uwe HeinrichAlle Bilder anzeigen
1 von 9Foto: Kai-Uwe Heinrich
04.06.2010 15:32Die Berliner Polizei warnt Radfahrer vor acht Unfallschwerpunkten. Am Kottbusser Tor zum Beispiel sollten Radfahrer beim Abbiegen...

Für eine provisorische Anlage fehlt das Geld

Die Hauptstraße soll in den nächsten Jahren vierspurig ausgebaut werden. Dann ist an der Kreuzung auch eine Ampel geplant. Doch bis das soweit ist, wollen die Bürger wenigstens eine provisorische Anlage. Doch dafür sei kein Geld da, schrieb die Verkehrslenkung der Bürgerinitiative nach deren Angaben vor einigen Wochen.

Am Montag sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Verkehr, an dieser Stelle sei der Verkehr nicht sehr dicht. Ohnehin seien Autofahrer stets angehalten, rücksichtsvoll mit Fußgängern umzugehen.

Vor wenigen Wochen kam es an der Stelle zuletzt zu einem schweren Unfall: Ein vierzehnjähriges Mädchen, das die Kreuzung überqueren wollte, wurde von einem vorbeifahrenden Tanklastzug erfasst. Bauarbeiter kamen dem Mädchen zu Hilfe. Es erlitt ein Schädelhirntrauma und musste für Wochen ins Krankenhaus.


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