Angst vor Altersarmut in Berlin : Honorarlehrer: Prekär ist nicht fair

Mit Trommeln und Trillerpfeifen für bessere Arbeitsbedingungen: Honorarlehrkräfte demonstrierten am Montag vor der Bildungsverwaltung.

von
Musikschullehrer vorneweg bei der Demo für bessere Arbeitsbedingungen.
Musikschullehrer vorneweg bei der Demo für bessere Arbeitsbedingungen.Foto: Susanne Vieth-Entus

Ein Leben lang voll gearbeitet, aber nur 400 bis 700 Euro Rente: So lautet die Rechung, die GEW und Verdi für Berliner Honorarlehrkräfte aufmachen. Auch mit einer Lohnfortzahlung im Krankheitsfall können längst nicht alle von ihnen rechnen - und wenn, dann nur für kurze Zeit. Da jederzeit die Aussicht auf Hartz IV droht, fühlen sie sich als "Lehrer zweiter Klasse" - wollen es aber nicht bleiben.

Anlass des Protestes war der Weltlehrertag

Um ihren Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und höheren Löhnen Nachdruck zu verleihen, gingen am Montag nach GEW-Schätzungen rund 100 Lehrer auf die Straße und zogen vor die Behörde von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Alexanderplatz. Anlass war der Weltlehrertag.

Auch Musikschullehrer sind betroffen

Vertreten waren alle betroffenen Berufsgruppen: Musiklehrer, Hochschuldozenten, Volkshochschullehrer und Lehrer von Sprachschulen, sofern sie frei beruflich sind. Ihre Botschaften lauteten "Mitten im Leben können wir sehen, dass wir im Alter betteln gehen" oder "Prekär ist nicht fair". Da vor der Behörde Tramgleise verlaufen, standen die Straßenbahnen im Stau.

Rund zehn Straßenbahnen stauten sich während der Demo vor der Schulverwaltung.
Rund zehn Straßenbahnen stauten sich während der Demo vor der Schulverwaltung.Foto: Susanne Vieth-Entus

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben