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Ausstand der Pfleger ab 22.Juni : Charité steht vor unbefristetem Streik

Nach Verhandlungen, Warnstreiks und Urabstimmung startet an der größten Universitätsklinik Europas noch im Juni ein unbefristeter Ausstand. Verdi fordert mehr Pflegekräfte auf den Stationen.

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Am bekannten Bettenturm der Charité in Mitte wird gebaut: Das Wahrzeichen der Klinik soll 2016 modernisiert neu eröffnet werden.
Der bekannte Bettenturm der Charité in Mitte.Foto: Mike Wolff

An der Berliner Charité soll nach Tagesspiegel-Informationen ab 22. Juni 2015 gestreikt werden. Ab diesem Montag wird Verdi seine Mitglieder unter den fast 15.000 Beschäftigten der landeseigenen Universitätsklinik zum Arbeitskampf aufrufen, neue Angebote der Charité-Spitze sind vorerst nicht zu erwarten. Eine Erklärung der Gewerkschaft soll demnächst folgen. Verdi fordert mehr Pflegekräfte auf den Stationen, um Stress, Fehler und Überstunden zu vermeiden. So fordert die Tarifkommission, dass eine Intensiv-Schwester künftig zwei statt wie bisher vier Patienten betreut. Gestreikt werden wird auf allen Campussen in Wedding, Mitte und Steglitz.

Senat verlangt Jahresplus von der Charité

Sowohl in der Klinik als auch im Berliner Senat wird mit massiven Auswirkungen des Streiks gerechnet. Die Charité-Spitze erklärte zuletzt, die knappe Finanzierung der Kliniken ermögliche keine Aufstockung. Personalfragen dieser Art seien nur bundespolitisch zu lösen. Der Senat verlangt zudem einen positiven Jahresabschluss von seiner Klinik. Nach einem zweitätigen Warnstreik im Mai, bei dem sich mehr als 500 Schwestern und Pfleger beteiligt hatten, rief Verdi die eigenen Mitglieder zur Urabstimmung auf: 96 Prozent votierten für einen unbefristeten Streik. Notfälle jedoch werden auch während eines Arbeitskampfes versorgt.

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