Bäder in Berlin : SPD will neue Schwimmhallen bauen lassen

Berlin braucht neue Schwimmbäder, findet die SPD. Doch die Schließungspläne sind endgültig vom Tisch.

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Die SPD will neue Bäder in Berlin bauen.
Die SPD will neue Bäder in Berlin bauen.Foto: dpa

Die Sozialdemokraten wollen Berlin baden schicken. Jedenfalls soll die Stadt neue Schwimmbäder bauen. Auf der Klausurtagung der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus soll dieser Vorschlag diskutiert und beschlossen werden. Am 24. Januar ziehen sich die 47 Abgeordneten für drei Tage nach Braunschweig zurück. „Die wachsende Stadt Berlin muss an einigen Stellen ihre Infrastruktur nachrüsten“, sagte der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Daniel Bucher, dem Tagesspiegel. Dazu gehörten auch Bäder, zum Beispiel in Pankow.

„Wir wollen uns vorher aber genau anschauen, wo wirklich Bedarf ist“, sagte Buchner. Neue Schwimmbäder müssten wirtschaftlich arbeiten; es gehe auch nicht darum, im Gegenzug alte Bäder stillzulegen. Mit dem Vorschlag, 14 Schwimmhallen und Sommerbäder aufzugeben und durch fünf große Kombibäder zu ersetzen, wurde der Chef der Berliner Bäder-Betriebe, Ole Bested Hensing, im August 2013 heftig kritisiert. „Das ist endgültig vom Tisch“, versicherte Buchner. Es gehe der SPD um eine „behutsame Ergänzung“ der bestehenden Einrichtungen.

Berlins Schwimmbäder sanieren oder neu bauen?

Auch die stellvertretende SPD-Landeschefin Iris Spranger bestätigte die neuen Überlegungen: „Reicht es noch aus, wie bisher die Bäder schrittweise zu sanieren oder müssen wir nicht doch Geld für neue Anlagen in die Hand nehmen?“ Dies werde mit der Fraktion Ende Januar diskutiert. Bäderchef Hensing wird an der Klausurtagung teilnehmen. Schon im Dezember hatte der SPD-Fraktionschef Raed Saleh vorgeschlagen, im Berliner Tierpark ein Hallenbad zu bauen.

Neue Ticketpreise erregen Lob und Kritik

Der Sprecher der Bäder-Betriebe, Matthias Oloew, wies in diesem Zusammenhang auf die Einschätzung von Experten hin. „Sie sagen uns, dass der Anspruch einer flächendeckenden, wohnortnahen Versorgung mit der bestehenden Bäderstruktur nicht zu erfüllen ist.“ Die Kritik von Bürgern an den neuen Bädertarifen in Berlin sieht Oloew gelassen. Kritik und Lob hielten sich bisher die Waage.

Auch der SPD-Sportfachmann Buchner verteidigte die Tarifreform. Allerdings müsse der neue Kurzzeittarif von 3,50 Euro (morgens und abends 45 Minuten Schwimmen plus 20 Minuten fürs Umziehen und Duschen) ohne Ausnahme für alle Berliner Bäder gelten. Am Freitag wird sich der Sportausschuss des Abgeordnetenhauses mit der Situation der Berliner Bäder-Betriebe ausführlich befassen.

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