Berlin : Bald Denkmal? Neuer Vorstoß für Gaslaternen

Nicht ein Denkmal, sondern gleich 44 000 – es ist ein großes Projekt, das sich der Verein „Denk mal an Berlin“ vorgenommen hat. Zuletzt hat er sich für das Strandbad Müggelsee, die Deutschlandhalle oder den Turm der Parochialkirche eingesetzt. Jetzt geht es um die mit Gas betriebenen Straßenlaternen, die zum „besonderen Denkmal“ erklärt werden sollten. „Gaslaternen sind ein vernachlässigtes Gebiet des Denkmalschutzes“, sagt die stellvertretende Vorsitzende und Schöneberger Exbürgermeisterin Elisabeth Ziemer. Am Dienstag will sich der der Verein bei einem Gespräch mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für sein Ziel stark machen. Immerhin stehen die Hälfte aller noch weltweit existierenden Gaslaternen in Berlin.

Der Senat verfolgt dagegen bisher den Plan, über 8000 Gaslampen auszuknipsen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung argumentiert, Gaslaternen hätten einen zu hohen Energieverbrauch. Auch hofft man, mit der Abschaltung den CO2-Ausstoß zu verringern. „Dabei produzieren alle Berliner Gaslampen zusammen nur 0,17 Prozent des Gesamtausstoßes in Berlin“, sagt Bertold Kujath, Vorsitzender des Vereins Gaslicht-Kultur.

Sein Verein fordert seit Jahren, die Lampen wenigstens in denkmalgeschützten Bereichen zu erhalten. Die Kosten für eine Umrüstung seien hoch. Durch die Laternenmasten fließe das Gas in die Lampe, was Korrosion verhindere. „Wenn das Gas aber weg ist, verrostet alles.“ Deshalb könne man nicht einfach Gas- gegen Elektroleitungen umtauschen, oft müssten neue Lichtmasten beschafft werden.

Bertold Kujath erhofft sich von der jetzigen Initiative auch mehr Interesse der Öffentlichkeit an den Gaslaternen. „Wir wollen nicht, dass der Senat klammheimlich ein Berliner Kulturgut abschalten kann,“ sagt er. msl

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