• Berlin-Charlottenburg: Eigentumswohnungen statt Obdachlosenheim an der Wilmersdorfer Straße

Berlin-Charlottenburg : Eigentumswohnungen statt Obdachlosenheim an der Wilmersdorfer Straße

Das ungeliebte Haus an der Ecke Gervinusstraße wird jetzt abgerissen. In dem einstigen Hotel, das lange Zeit als Obdachlosen- und Flüchtlingsheim genutzt wurde und immer maroder wirkte, entstehen rund 75 Wohnungen und Penthäuser.

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Im Modell. So stellt sich der Investor Buwog-Meermann die neuen Häuser mit rund 75 Wohnungen vor. Der Bau soll im Frühjahr 2014 beginnen.
Im Modell. So stellt sich der Investor Buwog-Meermann die neuen Häuser mit rund 75 Wohnungen vor. Der Bau soll im Frühjahr 2014...Simulation: promo

Vielen Charlottenburger Anrainern ist das heruntergekommene Haus an der Gervinus-/Ecke Wilmersdorfer Straße ein Dorn im Auge, das einstige Hotel diente lange als Obdachlosen- und Flüchtlingsheim. Zuletzt wollte der damalige Eigentümer wieder ein Hotel ansiedeln, was aber nicht gelang.

Jetzt plant der Investor Buwog-Meermann für etwa 30 Millionen Euro das Neubauprojekt „Gervin & Wilmers“ mit rund 75 Wohnungen und drei Läden. Ende Oktober soll das alte Haus abgerissen werden, innen läuft die Entkernung bereits.

Vor dem Abriss. Das Eckhaus mit dem ehemaligen Hotel und späteren Flüchtlingsheim weicht Wohnungsneubauten.
Vor dem Abriss. Das Eckhaus mit dem ehemaligen Hotel und späteren Flüchtlingsheim weicht Wohnungsneubauten.Foto: Cay Dobberke

Die 40 bis 200 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen will man ab November verkaufen – zu Quadratmeterpreisen von 3800 Euro bis zu 6000 Euro in Penthäusern. Der Baubeginn ist im Frühjahr geplant, die Fertigstellung im zweiten Halbjahr 2015. Buwog-Meermann gehört zum größten privaten Wohnungsbauunternehmen in Österreich.

Pläne seien eine Art "Stadtreparatur"

Geschäftsführer Alexander Happ sieht in den Plänen auch eine „Stadtreparatur“. Die Gegend um die Wilmersdorfer Straße und den Stuttgarter Platz sei keine Toplage wie die Seitenstraßen des Kurfürstendamms, aber im Aufschwung. Architektonisch habe man sich „gegen den Retro-Trend“ und für einen modernen Entwurf des Berliner Büros Kai Hansen entschieden.

Mit der Schließung des Flüchtlingsheims habe sein Unternehmen nichts zu tun, sagt Happ: „Das Objekt war bereits geräumt, als wir es übernommen haben.“

In der Wilmersdorfer Straße ändert sich noch mehr. Soeben haben Geschäftsleute der Bahnbrücke eine neue Beleuchtung spendiert, während an der Ecke Bismarckstraße in diesem Jahr das „Bismarck-Karree“ mit Ärztehaus und Fitnesscenter eröffnete. Und am Adenauerplatz, zwischen Lewisham- und Wilmersdorfer Straße, sollen ab 2014 rund 40 Wohnungen, 60 hotelähnliche Appartements sowie Büros und Läden entstehen.

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