BERLINER Chronik SERIE : 18. Oktober 1961 Jahre Mauerbau

Wer in West-Berlin eine Familie gründet, bekommt Geld vom Staat geschenkt

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Die Bundesregierung verabredet mit dem Regierenden Bürgermeister Willy Brandt ein Hilfsprogramm für Berlin. Der Bund stellt dafür „zunächst“ 500 Millionen Mark bereit. So will er Nachteile wegen der Mauer lindern, Bewohner in Berlin halten und hierher locken und die Wirtschaftskraft stärken. West-Berlinern wird, wenn sie heiraten, ein zinsloses Familiengründungsdarlehen von 3000 Mark geboten. Kommen Kinder zur Welt, wird jeweils ein Viertel der Gesamtsumme erlassen. Alle West-Berliner erhalten eine Erholungsbeihilfe, sie beträgt 100 Mark für den Haushaltsvorstand und 50 Mark für jedes weitere Familienmitglied. Westdeutschen Arbeitnehmern in Berlin werden viermal im Jahr die Reisekosten ins Bundesgebiet erstattet.

Vor den Ost-Berliner Stadtverordneten greift der Stadtrat Max Reutter „die Frage einiger Berliner“ auf, „wie lange die Erschwernisse des Verkehrs zwischen beiden Teilen der Stadt anhalten werden“ – allerdings ohne diese Frage auch zu beantworten. Die Frage sei jenen zu stellen, „die Westberlin zum Provokationszentrum machten und sich dessen noch rühmen“. Den „ehrlichen Westberlinern“ sei gesagt, „dass es sich in einer entmilitarisierten, neutralen Freien Stadt besser und sicherer leben lässt als im Frontstadtsumpf“. Brigitte Grunert

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