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Brandenburg an der Havel : Lkw fährt in Unfallstelle - zwei Feuerwehrmänner sterben

Auf der A2 bei Brandenburg an der Havel sind am Dienstagmorgen zwei Feuerwehrleute bei einem Einsatz getötet worden. Ministerpräsident Woidke sicherte den Familien Soforthilfe zu.

Schwerer Unfall auf der A2: Der umgekippte Feuerwehrwagen kurz hinter der Ausfahrt Netzen (Brandenburg)
Schwerer Unfall auf der A2: Der umgekippte Feuerwehrwagen kurz hinter der Ausfahrt Netzen (Brandenburg)Foto: dpa/Paul Zinken

Zwei Feuerwehrmänner sind am Dienstagmorgen bei einem tragischen Unfall auf der Autobahn A 2 in Brandenburg Richtung Berlin ums Leben gekommen. Die beiden Männer im Alter von 23 und 38 Jahren starben zwischen den Anschlussstellen Brandenburg/Havel und Netzen, als sie gerade nach einem Unfall Verletzte geborgen und Fahrzeuge gesichert haben.

Ein Kleintransporter war auf einen Sattelzug aufgefahren. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Fahrer des Kleintransporters in seinem Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt. Für Rettungs- und Bergungsarbeiten wurden die rechte und mittlere Fahrspur der dreispurigen Richtungsfahrbahn anschließend voll gesperrt.

Eine Stunde später fuhr ein 55-jähriger Lkw-Fahrer aus noch ungeklärter Ursache in den abgesperrten Bereich. Dort streifte er einen Polizeiwagen und fuhr dann auf das stehende Feuerwehrfahrzeug auf. Der Einsatzwagen kippte um und begrub den 23-Jährigen und den 38-Jährigen unter sich. Beide Feuerwehrmänner verstarben noch an der Unfallstelle. Der 55 Jahre alte Lkw-Fahrer kam ins Krankenhaus.

„Es ist eine Tragödie"

Die A2 blieb noch bis 12.30 Uhr voll gesperrt. Es hatte sich ein mehrere Kilometer langer Rückstau gebildet. Die Staatsanwaltschaft Potsdam beauftragte einen Gutachter mit der Ermittlung der Unfallursache. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Auch zwei weitere Feuerwehrleute wurden bei dem Unfall verletzt. Einer von ihnen konnte nach ambulanter Behandlung vor Ort entlassen werden. Ein 22-Jähriger wurde mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich tief erschüttert und sagte: „Es ist eine Tragödie, die für mich kaum zu fassen ist. Sie wollten Leben retten und kamen dabei selbst zu Tode.“ Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) ordnete an allen öffentlichen Gebäuden des Landes für den gestrigen Dienstag Trauerbeflaggung an. Woidke und Schröter hatten am Dienstagmorgen die Freiwillige Feuerwehr in Kloster Lehnin besucht, sich von Einsatzkräften über den Unfallhergang unterrichten lassen.

Woidke sicherte den den Familien der beiden Feuerwehrleute volle Unterstützung des Landes zu – offenbar mit Soforthilfe für die Familien wie in früheren Fällen etwa bei im Einsatz getöteten Polizeibeamten. Wörtlich sagte Woidke: „Wir werden alles tun, um für die Angehörigen Zukunftssicherheit und soziale Absicherung möglichst gut zu gestalten.“

Unterstützung für die Familien

Der Landesfeuerwehrverband Brandenburg hat am Dienstagnachmittag ein Spendenkonto eingerichtet, um die Familien zu unterstützen. Innenminister Schröter sagte: „Es gibt eine große Solidarität der Menschen in Brandenburg mit den betroffenen Familien.“ Auch der Potsdamer Ordnungsdezernent Mike Schubert (SPD) sicherte der Familie des ums Leben gekommenen Beamten der Stadt „volle Unterstützung“ zu.

Grundsätzlich tritt für die Hinterbliebenen der getöteten Männer in beiden Fällen die Feuerwehr-Unfallkasse Brandenburg ein. „Das gilt auch für Angehörige freiwilliger Feuerwehren, da die jeweilige Gemeinde gesetzlich als ihr Arbeitgeber gilt“, erklärte Herbert Baier, Kreisbrandmeister des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Die Hinterbliebenen des Mitglieds der Ortsfeuerwehr Lehnin erhielten somit dieselben Leistungen wie die des Mitglieds der Potsdamer Berufsfeuerwehr, unter anderem Witwen- und Waisenrenten.

Verkehr weiträumig umgeleitet

Infolge des Rückstaus nach dem nächtlichen Unglück ereignete sich in dem dichten Verkehr auf der A2 am Dienstagmittag zwischen Wollin und Brandenburg (Havel) ein weiterer Lkw-Unfall. Ein Sattelzug aus Litauen fuhr am Stauende auf einen anderen Lastwagen aus Frankreich auf. Der Fahrer aus Litauen wurde dabei schwer verletzt. Die Autobahn musste erneut in Richtung Berlin komplett gesperrt werden, der Stau war zeitweise bis zu sieben Kilometer lang. Autofahrer wurden weiträumig umgeleitet.

Der Sattelzug aus Frankreich hatte in fünf Containern insgesamt 5000 Liter einer „leicht entzündbaren, chemischen Flüssigkeit“ geladen. Drei Behälter wurden beschädigt, die Feuerwehr rückte mit zwei sogenannten Gefahrguteinheiten an. Zwar habe keine Gefahr für die Autofahrer bestanden, dennoch richtete die Feuerwehr einen Sperrkreis ein. Die Chemikalie könne zu Reizungen der Augen und Atemwege führen, hieß es. Die Polizei bat Autofahrer, beim Passieren der Unfallstelle die Fenster zu schließen.


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