Breitscheidplatz : Viele Spenden nach dem Anschlag

Nach dem Anschlag in Berlin gab es viele Spenden für die Opfer und Angehörigen. Nun wird über die Verteilung gesprochen.

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Zur Erinnerung an die Opfer des Anschlags auf den Breitscheidplatz. Foto: AFP / John MACDOUGALL
Zur Erinnerung an die Opfer des Anschlags auf den Breitscheidplatz.Foto: AFP / John MACDOUGALL

Hunderte Berliner, aber auch viele andere Menschen aus Deutschland und der ganzen Welt haben in den vergangenen Tagen für Betroffene des Terroranschlags vom Berliner Breitscheidplatz gespendet. Das Geld soll den Angehörigen der Getöteten, den Verletzten sowie den Schaustellern vom Breitscheidplatz zugutekommen, sagte der Vorsitzende des Berliner Roten Kreuzes, Volker Billhardt, am Dienstag dem Tagesspiegel: „Etwa 560 Menschen und Firmen haben Geld gegeben – von kleinen bis größeren Beträgen. Wir rechnen aber damit, dass in den nächsten Tagen noch weitere Spenden eingehen, weil viele erst jetzt aus dem Weihnachtsurlaub zurückkommen.“

Bislang sind auf einem von der Arbeitsgemeinschaft City, dem Schaustellerverband und dem Verein „Berliner helfen“ eingerichteten Konto etwa 110 000 Euro für die Opfer des Anschlags vom 19. Dezember 2016 zusammengekommen. Am heutigen Mittwoch soll ein erstes Gespräch über die Verteilung des Geldes stattfinden, sagte Billhardt weiter. Dazu habe man auch den Berliner Opferbeauftragten Roland Weber eingeladen.

Hilfe soll schnell geregelt werden

Dieser hat bereits mit zahlreichen Opfern, Angehörigen und anderen Betroffenen gesprochen. „Ich versuche natürlich dafür zu sorgen, dass ihnen die notwendig Hilfe schnell und möglichst unbürokratisch zukommt“, sagt er. „Dazu wäre es gut, die vorhandenen Spenden zu erfassen und ihre Vergabe zu koordinieren.“ Schließlich seien auch bei anderen Organisationen bereits viele Spenden eingegangen – unter anderem beim Weißen Ring, von dem aber keine Angaben über die Höhe der Spenden gemacht werden. Er sei aber zuversichtlich, dass man bald helfen könne, sagte Weber – vor allem jenen, die keine private Unfallversicherung abgeschlossen hätten.

Diese sollten sich an die Verkehrsopferhilfe wenden, was bislang laut einer Sprecherin erst wenige Betroffene getan haben. Die Einrichtung befindet sich in der Wilhelmstraße 43/43 G und ist telefonisch unter (030) 20205858 zu erreichen. Im Internet kann man unter www.verkehrsopferhilfe.de bereits ein spezielles Schadenmeldeformular herunterladen. Das Bundesjustizamt stellt zudem sogenannte Härteleistungen für die Opfer terroristischer Straftaten und ihre Hinterbliebenen bereit.

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