Bundesplatz in Wilmersdorf : Konzepte für weniger Verkehr

An einem Verkehrsknoten will eigentlich niemand wohnen. Die Menschen am Bundesplatz leiden seit Jahrzehnten unter Lärm und Abgasen. Nun soll in einer "Zukunftswerkstatt" nach Lösungen für mehr Urbanität mit weniger Autos gesucht werden.

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Der Autotunnel der Bundesallee zerschneidet den Platz in zwei Hälften.
Der Autotunnel der Bundesallee zerschneidet den Platz in zwei Hälften.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die "Bürgerinitiative Bundesplatz" kämpft weiter für eine Abkehr von der autogerechten Stadt. Ganz konkret geht es um Konzepte für mehr Urbanität und Ideen gegen den zunehmenden Verkehr im Kiez. An den kommenden Wochenenden werden in einer "Zukunftswerkstatt" Lösungen für den von Autobahn, Bahntrassen und Nord-Süd-Tunnel zerschnittenen Bundesplatz gesucht. Die bekannten Stadtplaner Harald Bodenschatz und Cordelia Polinna haben ihre Teilnahme zugesagt. Mitorganisiert wird die Werkstatt vom Stadtentwicklungsnetzwerk "Think Berlin" und dem Architekten Christian von Oppen von der Bauhaus-Universität Weimar. Eine Studentengruppe der Universität hatte vor einigen Jahren Ideen für eine Neugestaltung des Platzes ausgearbeitet und in einer Ausstellung präsentiert.

Das Schicksal des Bundesplatzes, in der Kaiserzeit als repräsentative Parkfläche mit Springbrunnen und Rosenbeeten angelegt, ist symptomatisch für viele Plätze der Stadt, die nach dem Krieg dem Primat des Autoverkehrs geopfert wurden. Wenn hier etwas bewegt wird, gibt es auch Hoffnung für den Breitenbachplatz oder die Quartiere am Alexanderplatz.

Die Initiative Bundesplatz hat in den vergangenen Jahren den völlig verwahrlosten Platz entmüllt und mit frischem Grün versorgt. Außerdem wurden Barrieren beseitigt. Langfristiges Ziel ist, den Platz als attraktive Aufenthaltsfläche wiederherzustellen. Dazu müsste der Tunnel im Zuge der Bundesallee zugeschüttet und die "Dunkelzone" unter der Stadtautobahn umgestaltet werden. Außerdem sollen weitere Zugänge zum Platz geschaffen werden. "Wir wollen eine Liste von Vorschlägen erarbeiten, die später Ausgangspunkt für einen städtebaulichen Wettbewerb sein könnten", sagt der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Wolfgang Severin. "Auch wenn jetzt kein Geld für größere Konzepte da ist, muss uns das ja nicht vom Denken abhalten".

Die Zukunftswerkstatt findet am 12. und 13. Oktober sowie am 23. und 24. November in der Aula der Marie-Curie-Oberschule, Weimarische Str. 21, statt. Zum Auftakt wird jeweils am Samstag um 14 Uhr eine Platzbegehung angeboten.

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