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BVG-Sprecherin zu Ersatzverkehr auf der U6 : "Wenn wir nur in den Ferien bauen, können wir die U-Bahn bald zusperren"

Die Initiative "I Love Tegel" kritisiert häufige Sperrungen auf der U6 und fordert den Senat zum Handeln auf. BVG-Sprecherin Petra Reetz findet die Kritik haltlos.

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Behinderungen im Norden. Die Weichen am U-Bahnhof Seestraße werden erneuert.
Behinderungen im Norden. Die Weichen am U-Bahnhof Seestraße werden erneuert.Foto: Kitty Kleist.Heinrich

Auf der U6 fährt seit Montag kein Zug mehr zwischen den U-Bahnhöfen Kurt-Schumacher Platz und Wedding. Der Grund: Auf dem 100 Jahre alten Bahnhof Seestraße werden neue Weichen verlegt. Zwei Wochen lang, bis zum 29. Januar, müssen die 40.000 Fahrgäste, die dort täglich die BVG nutzen, auf Busse Umsteigen. Am Montag kam es noch zu erheblichen Verspätungen, inzwischen habe es sich aber eingependelt, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Ganz einfach ist der Berliner Norden aber nicht für die BVG: "Das ist einfach eine schwierige Ecke dort. Auf der Müllerstraße gibt es so schon viel Verkehr, dann stellen sie da noch unsere großen BVG-Busse rein", sagt Reetz. 21 Busse fahren im zwei bis drei Minuten-Takt, das sei sehr viel für so eine kurze Strecke, meint Reetz. Die Nord-Süd-Achse Müllerstraße habe zudem viele Kreuzungsstraßen und damit viele Ampeln, das würde auch Zeit kosten. Für Pendler aus Wedding, Gesundbrunnen und Reinickendorf heißt das vor allem: geduldig sein.

Auf die S-Bahn umsteigen

Anfang November wurde auch schon auf der Strecke gebaut. Es gab es entlang dieser Strecke erhebliche Probleme mit dem Schienenersatzverkehr, da Autos die Haltestellen zugeparkt hatten. Diese seien nun nicht mehr das Problem. "Wenn dein Auto mal abgeschleppt wurde, merkt man sich das", sagt Petra Reetz. Der Zeitverlust am Mittwochmorgen lag laut der BVG-Sprecherin bei 10 bis 15 Minuten.

Vor allem jene, die zum Flughafen Tegel wollen und am Kurt-Schumacher-Platz in den 128er Bus umsteigen, sollten sich auf Verspätungen einstellen. Die BVG gibt auch einen Tipp, wie man den SEV umfahren kann: Fahrgäste sollen "vom S-Bahnhof Tegel mit der S25 zum S-Bahnhof Gesundbrunnen und von dort weiter mit der Ringbahn zum S+U-Bahnhof Wedding auszuweichen."

Initiative "I Love Tegel" übt Kritik

Felix Schönebeck von der Initiative "I Love Tegel" bemängelt in einer Pressemitteilung die erneute Sperrung auf der U6. Auf der Strecke gäbe es zu oft einzelne Behinderungen. Er verlangt, gemeinsam mit dem Reinickendorfer CDU-Abgeordneten Tim Zeelen eine Grundsanierung des Streckenabschnitts zwischen Alt-Tegel und Kurt-Schumacher-Platz, um ständig wiederkehrende Sperrungen zu vermeiden. Außerdem sollen sich die Bauarbeiten möglichst auf die Ferien konzentrieren und die Taktung der S25 solle erhöht werden. Sie sehen die Verantwortung beim Senat.

BVG-Sprecherin Petra Reetz sieht die Kritik unrealistisch. "Wenn wir nur in den Ferien bauen, können wir die Berliner U-Bahn bald zusperren, weil wir sie nicht betriebsfähig halten können", sagt Reetz. Natürlich könne man manche Sanierungsarbeiten zusammenlegen anstatt sie einzeln durchzuführen. Im aktuellen Fall der U6 war es allerdings Absicht, einen Teil im November zu machen und einen im Januar. "Zwei Wochen Sperrung sind für die Leute schon schlimm genug, acht Wochen wollten wir den Fahrgästen nicht zumuten", erklärt Reetz.

Die BVG verbaut laut der Sprecherin 250 bis 300 Millionen Euro im Jahr und generell müsse man akute Probleme zuerst beheben. Nebenbei koordinieren sich BVG und S-Bahn auch bei ihren Bauvorhaben. Eine Konzentration, wie Schönebeck und Zeelen es fordern, sei nicht machbar, dafür sei das Berliner Netz zu groß.

Sie Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt verweist auf die BVG. Wie, wann und wo gebaut werde, sei deren Verantwortung, sagt ein Sprecher. Für eine erhöhte Taktung der S25 bräuchte man ein zusätzliches Gleis. Dies habe das Land Berlin bei der Deutschen Bahn bereits angemeldet. Die Planung laufe allerdings schleppend.

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