Deutsche Bahn : Direktverbindung nach Dänemark droht das Aus

Die Fahrten von Berlin nach Kopenhagen sind für die Bahn nicht wirtschaftlich. Sind sie bald Geschichte?

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Ist die Bahnverbindung zwischen Berlin und Kopenhagen bald Geschichte?
Ist die Bahnverbindung zwischen Berlin und Kopenhagen bald Geschichte?Foto: dpa

Seit 2007 bietet die Bahn eine tägliche Direktverbindung nach Kopenhagen an. Im nächsten Jahr droht das Aus. Die Bahn will sich von den eingesetzten Zügen trennen. Sie hatte für die Direktverbindung ICE-Dieseltriebwagen reaktiviert. Sie waren 2001 angeschafft worden, um auch auf nur teilweise elektrifizierten Strecken ICE-Komfort anbieten zu können. Doch die Züge waren extrem pannenanfällig. Zudem gab es in den vierteiligen Einheiten nur 195 Plätze, was den Betrieb unwirtschaftlich machte. Bereits Ende 2003 nahm die Bahn die Diesel-ICE aus dem Betrieb.

Mit der Fähre übers Meer

Ein Verkauf ins Ausland scheiterte, aber 2006 zur Fußball-WM waren sie wieder im Einsatz. Danach möbelte die Bahn für je eine Million Euro mehrere Züge wieder auf, um sie für den Verkehr mit Kopenhagen zu nutzen. Die vierteiligen Einheiten passen exakt auf die Fährschiffe zwischen Puttgarden/ Fehmarn und dem dänischen Rödby. Knapp sieben Stunden dauert die Fahrt nach Kopenhagen. Weil die Züge mit großem Aufwand überholt werden müssten, stehen sie jetzt wieder vor dem Aus. Das Angebot, sie zu kaufen, hat die dänische Staatsbahn nicht angenommen. Noch suche man nach einem Alternativfahrzeug für den Kopenhagen-Verkehr, sagte ein Bahnsprecher. Doch intern glaubt man nach Tagesspiegel-Informationen nicht daran.

Schienen ohne Schwellen

Auch ein weiteres Projekt wackelt: die Aufnahme des Schnellverkehrs auf der Neubaustrecke Halle/Leipzig – Erfurt, die für Dezember vorgesehen ist. Der Abschnitt gehört zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit zwischen Berlin und München mit der Neubaustrecke im Thüringer Wald, die Ende 2017 fertig sein soll.

Für die Brücken zwischen Halle/Leipzig und Erfurt verlangt das Eisenbahn-Bundesamt weitere Nachweise zur Sicherheit der eingebauten „Festen Fahrbahn“, bei der die Schienen nicht auf Schwellen liegen, sondern in Beton befestigt sind. Die Baufirma hat einen neuen Typ eingebaut und muss belegen, dass er so sicher ist wie die bewährte Technik. Bis zum Nachweis gibt es keine Betriebsfreigabe. Die Bahn will hier zusätzliche Züge zwischen Berlin und Frankfurt (Main) einsetzen. Ein Bahnsprecher sagte, man gehe davon aus, dass der Inbetriebnahmetermin im Dezember nicht gefährdet sei.

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