Berlin : „Die Gefahr heißt Ghettobildung“

Foto: dpa / Stache
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Eines vorweg: Die Jugendgewalt hat nicht zugenommen, Gewaltvorfälle im öffentlichen Nahverkehr sind aber durch die Videoüberwachung in Bildern sichtbarer geworden. Man sollte deshalb nicht unnötig Ängste in der Bevölkerung schüren. Wenn in einzelnen Bezirken mehr Migranten wohnen, gibt es prozentual gesehen dort auch mehr Straftaten von Migranten wie zum Beispiel in Nordneukölln. In Rudow dagegen leben mehr Deutsche, deshalb werden dort auch mehr Straftaten von Deutschen registriert. Mir fällt auch auf, dass seit den achtziger Jahren im innerstädtischen Berlin mehr Stadtquartiere überwiegend mit Migranten bewohnt werden. Es besteht die Gefahr einer Ghettobildung. Diese Tendenz könnte durch eine vernünftige Wohnungs- und Sozialpolitik abgeschwächt werden, indem man eine gute soziale Mischung in diesen Stadtteilen erreicht. Diese Problematik muss politisch gelöst werden. Es gibt in Berlin überwiegend integrationswillige Migranten. Nur haben sie in den genannten Quartieren häufig Schwierigkeiten, sich zu integrieren, weil sie kaum Kontakte in die bürgerliche Mehrheitsgesellschaft haben und keine tauglichen Vorbilder, die einen positiven „german way of life“ vorleben. sib

Dietlind Biesterfeld

ist Jugendrichterin im Amtsgericht Tiergarten und eine von vier Jugendrichtern in Neukölln. Sie ist für die Bereiche Nordneukölln, Britz und Rudow zuständig

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