Erziehung : 48 Millionen Euro für neue Kitaplätze in Berlin

Bis 2015 sollen in Berlin 19.000 zusätzliche Kitaplätze geschaffen werden. Jugendsenatorin Scheeres sieht das Ausbauprogramm auf einem gutem Weg – die Grünen bezweifeln das. Viele Eltern wollen selber Einrichtungen gründen.

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Bildungssenatorin Scheeres zeigt sich optimistisch in Sachen Kita-Ausbau.
Bildungssenatorin Scheeres zeigt sich optimistisch in Sachen Kita-Ausbau.Foto: dapd

Der Ausbau der Berliner Kitas kommt voran. Das ist auch nötig, denn ab 1. August kommenden Jahres hat jedes Kind ab dem ersten Geburtstag Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Bis 2015 sollen deshalb 19 000 zusätzliche Kitaplätze geschaffen werden. Träger von Kindereinrichtungen wurden Anfang Juli aufgerufen, neue Plätze zu schaffen und dafür Fördergelder zu beantragen. Am Montag zog Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) eine Zwischenbilanz – und zeigte sich zufrieden. Das Förderprogramm werde gut angenommen: Seit Juli gingen rund 100 Anträge auf Zuschüsse ein, die zusammen 3700 neue Plätze umfassen würden.

Allerdings ist schon jetzt klar, dass nicht alle bewilligt werden können. Zwar ist es Scheeres gelungen, Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) 20 Millionen Euro für den Investitionszeitraum 2012/2013 aus der Tasche zu ziehen, der Bund beteiligt sich mit weiteren 27,7 Millionen Euro. Doch können davon aus dem Landestopf in diesem Jahr nur vier Millionen Euro ausgegeben werden, im kommenden Jahr dann die weiteren 16 Millionen Euro. Die eingegangenen Anträge überschreiten dieses Budget bei Weitem. Insgesamt sollen durch das Landesprogramm 11 000 zusätzliche Kitaplätze geschaffen werden. Weitere 8000 Plätze werden durch bereits laufende Maßnahmen finanziert. Die Antragsfrist für die Förderung von Baumaßnahmen ist für dieses Jahr abgelaufen; sogenannte Starthilfen von 1000 Euro pro Platz können aber noch beantragt werden. Wie viel im Haushalt 2014/2015 für neue Kitaplätze bereitstehen wird, ist aber noch offen.

Vor allem im Osten und Südosten Berlins fehlen Plätze, in den nächsten Jahren werden dort vermehrt Kinder in die Kitas drängen. Genau lässt sich das aber nicht vorhersagen. „Die Berliner halten sich nicht an die demografischen Prognosen“, sagt Roland Kern vom Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (Daks). Daher sei es nötig, Plätze über den Bedarf hinaus freizuhalten, auch damit das Wahlrecht der Eltern weiter gewährleistet sei. Der Daks verzeichnet eine hohe Nachfrage von Eltern und Erziehern, die eigene Kitas gründen wollen: „Dieses Jahr hatten wir schon 160 Initiativen bei uns zur Beratung“, so Kern. Der Mangel an Kitaplätzen erkläre das nur zum Teil. Viele Eltern und Erzieher motiviere der Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Kern rief die Behörden auf, solche Initiativen zu unterstützen. „Es muss ein Ruck durch die Ämter gehen“, sagte er. Bei der Neugründung einer Kita haben sehr viele Behörden mitzureden, da komme es auf „zügige und unkomplizierte Antragsbearbeitung“ an.

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