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Es geht voran am Flughafen : Mehdorn will BER "scheibchenweise" eröffnen - ab 2014

Der Flughafenchef plädiert dafür, Tegel nicht sofort zu schließen. "Es ist für uns kein Problem, die Flughäfen parallel zu betreiben", sagt Mehdorn.

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Mehdorn und der BER: Bis Juli/August soll der neue – und endgültige – Eröffnungstermin für den BER-Flughafen feststehen.
Mehdorn und der BER: Bis Juli/August soll der neue – und endgültige – Eröffnungstermin für den BER-Flughafen feststehen.Foto: dpa

Der Flughafen BER soll nun doch in Etappen eröffnet werden – und teilweise wohl schon 2014. Flughafen- Chef Hartmut Mehdorn sagte dem RBB- Fernsehen laut einer Vorabmeldung vom Sonntag, es werde nicht den Eröffnungstermin geben. Vielmehr werde der Flughafen nach und nach entsprechend seiner Leistungsfähigkeit in Betrieb gehen. Man müsse sehen, was machbar sei.

Laut einem Sitzungsprotokoll, das dem Tagesspiegel vorliegt, hat Mehdorn gegenüber der BER-Soko im Bundesverkehrsministerium auch eine teilweise Eröffnung bereits im kommenden Jahr erwogen. Für die neu gebaute Südbahn fehle nur noch die Betriebserlaubnis, sagte Mehdorn demnach. Damit hätte man die erforderliche Redundanz für eine Ausweichmöglichkeit bei Schäden oder Unfällen. Allerdings ist die Genehmigung an die Aufgabe des Flugbetriebs in Tegel gekoppelt. Denn laut dem Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau des BER muss der Tegeler Flughafen spätestens ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme der Südbahn in Schönefeld geschlossen werden.

Mehdorns Erbe
Der neue BER-Chef Hartmut Mehdorn hat bei dem Großprojekt Flughafen ein schweres Erbe anzutreten: Bis zu 40.000 Mängel, heißt es aus Aufsichtsratskreisen, gilt es vor der Eröffnung zu beseitigen. Auf dem Gebiet Luftfahrt ist der umstrittene Manager geübt, dennoch stieß sein Wirken in der Vergangenheit auf gemischtes Echo. Auch in Berlin hat er in der Vergangenheit einige Projekte in Angriff genommen - mit durchwachsenem Erfolg.Weitere Bilder anzeigen
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11.03.2013 16:48Der neue BER-Chef Hartmut Mehdorn hat bei dem Großprojekt Flughafen ein schweres Erbe anzutreten: Bis zu 40.000 Mängel, heißt es...

Ob diese Vorgabe juristisch umgangen werden kann, wird derzeit geprüft. Die vorzeitige Inbetriebnahme der Südbahn war bereits erwogen worden, um die sanierungsbedürftige Nordbahn noch vor der Eröffnung des BER sanieren zu können. Davon ist Mehdorn allerdings abgerückt: Die aktuelle Planung sieht die Sanierung erst für 2016 oder 2017 vor.

Spätestens im August will Mehdorn bekanntgeben, wann mit der Inbetriebnahme des BER begonnen wird. Sowohl bei der Kosten- als auch bei der Terminfrage sei klar, dass man nur noch „einen Schuss“ habe. Insider erwarten, dass der BER erst 2015 komplett betriebsfähig sein wird. Nach Informationen des „Handelsblatts“ hat Mehdorn die Mehrkosten durch den Zeitverzug gegenüber der Soko auf 35 bis 40 Millionen Euro pro Monat beziffert. Bisher war von monatlich etwa 15 Millionen die Rede.

Der Flughafen Tegel soll nach Mehdorns Vorstellungen länger als geplant offen bleiben. „Tegel ist ja heute unser Hauptgewerk, wo wir unser Geld verdienen und das funktioniert sehr gut. Es sind also drei Flughäfen, die wir zur Zeit parallel bearbeiten, und ich glaube, es ist für uns kein Problem, die auch parallel zu betreiben.“

Aus Sicht von Martin Delius (Piraten), der den BER-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses leitet, hat Flughafenchef Mehdorn diese Rechnung allerdings ohne die Airlines gemacht: „Mir ist nicht klar, warum irgendeine Fluggesellschaft vom BER fliegen sollte, solange die Kapazität von Tegel noch zur Verfügung steht.“ Da die Flughafengesellschaft niemanden zum Umzug zwingen könne, „kann so eine Teileröffnung auch nach hinten losgehen“, sagte Delius. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wollte sich am Sonntag nicht zu Mehdorns Plänen äußern. (mit AFP und HB)

 

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