Radwegsanierung : Koalition legt noch was drauf für die Fahrradstadt

09.03.2012 00:00 Uhrvon
  • Mit diesen weißen "Geisterrädern" erinnert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) an bei Unfällen ums Leben gekommene Radfahrer. Foto: Henning Onken
    Mit diesen weißen "Geisterrädern" erinnert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) an bei Unfällen ums Leben gekommene Radfahrer. - Foto: Henning Onken
  • An der Kreuzung Mehringdamm Ecke Bergmannstraße soll rote Sicherheitsfarbe die Radspuren sicherer machen. Foto: Peters
    An der Kreuzung Mehringdamm Ecke Bergmannstraße soll rote Sicherheitsfarbe die Radspuren sicherer machen. - Foto: Peters
  • Bethaniendamm 2 Foto: Jörg Zeipelt
    Radfahrern wird es in Berlin oft schwer gemacht, so wie hier am Bethaniendamm: Der ideale Radweg wird abrupt durch eine Haltestelle unterbrochen. Nach dem Bus-Stop ist die Spur... - Foto: Jörg Zeipelt

Der Senat wollte Mittel für Wegereparaturen halbieren – das ist jetzt vom Tisch. SPD und CDU einigen sich darauf, eine Million Euro mehr für die Sanierung von Radwegen bereitzustellen.

Die öffentlichen Mittel für die Sanierung von Radwegen werden voraussichtlich nicht gekürzt. Die Verkehrsexperten von SPD und CDU bemühen sich ernsthaft darum, die vom Senat beschlossene Halbierung des Volumens von zwei auf eine Million Euro rückgängig zu machen. „Ich werde mich dafür einsetzen“, sagte der SPD-Abgeordnete Ole Kreins. Sein CDU-Kollege Oliver Friederici bestätigte am Donnerstag, „dass wir uns in der Koalition partnerschaftlich in diese Richtung bewegen“.

Dafür müssten Finanzmittel innerhalb des Stadtentwicklungsressorts umgeschichtet werden. Dies dürfe allerdings nicht zulasten der Reparatur von Gehwegen und Straßen gehen, sagte Friederici.

Der SPD-Mann Kreis stellte noch eine andere Bedingung. Jedes Jahr gibt der Senat den Bezirken 25 Millionen Euro, um damit Winterschäden auf Straßen, Fuß- und Radwegen auszubessern. Manche Bezirke stopfen mit diesem Sonderprogramm aber gern andere Löcher, nämlich die im eigenen Bezirkshaushalt. Durch eine strenge Zweckbindung, so Kreis, könne dies verhindert werden.

Gegen die Kürzung des Budgets zur „Unterhaltung von Radwegen“, die noch im Etatentwurf des Senats für 2012/13 steht, haben der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und die Grünen heftig protestiert. SPD und CDU entfernten sich damit vom eigenen Koalitionsvertrag, beklagte der ADFC. Seit 2008 hätten jährlich zwei Millionen Euro zur Verfügung gestanden, um wenigstens punktuell den Rückstand bei der Instandhaltung von Radwegen abzubauen. Eine Halbierung des ohnehin schmalen Etats sei „angesichts des stetig steigenden Anteils des Radverkehrs in Berlin“ nicht zu verstehen. Der Grünen-Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar sprach von einem „Affront gegen die Radfahrer“ und sagte zu, dass seine Fraktion in den Haushaltsberatungen auf Nachbesserung drängen werde. Dies scheint nicht mehr nötig zu sein.

  • Spätrömisches Frauenbild? Wie ein Centurio steht dieser Berliner auf dem "Streitwagen" und stützt sich auf eine Frau. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie und Ihre Berliner Radfotos an leserbilder@tagesspiegel.de. Foto: Pascal Striebel
    Spätrömisches Frauenbild? Wie ein Centurio steht dieser Berliner auf dem "Streitwagen" und stützt sich auf eine Frau. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie und Ihre Berliner... - Foto: Pascal Striebel
  • Am Hermannplatz Ecke Kottbusser Damm wurde geräumt - ärgerlicherweise voll auf den Radweg. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns Ihre Leserfotos an leserbilder@tagesspiegel.de Foto: Christian Müller
    Am Hermannplatz Ecke Kottbusser Damm wurde geräumt - ärgerlicherweise voll auf den Radweg. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie uns Ihre Leserfotos an... - Foto: Christian Müller
  • Stillleben in der Kreuzberger Dudenstraße. Foto: tozei
    Stillleben in der Kreuzberger Dudenstraße. - Foto: tozei

Zum Anspruch Berlins, eine besonders fahrradfreundliche Stadt zu sein, passt die plötzliche Sparsamkeit des Senats jedenfalls nicht. Denn im Koalitionsvertrag zwischen Sozial- und Christdemokraten steht: „Das derzeitige Investitionsvolumen wird fortgeschrieben.“ Dazu gehört neben den Sanierungsgeldern ein Haushaltstitel über jährlich 3,5 Millionen Euro für den Ausbau des städtischen Radroutennetzes. Diesen Finanztopf gibt es seit dem Jahr 2000. Zusätzlich gibt es EU-Fördermittel für touristische Radfernwege, die Berlin durchqueren. Es geht um die Strecke Leipzig-Berlin, den Dahme-, Spree- und Havelradweg.

Wie fahrradfreundlich ist Berlin?

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