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Vollbremsung für rollende Theken : Verbot für Bierbikes auf Berliner Straßen absehbar

27.11.2011 17:38 Uhrvon
Rein ästhetisch entsprechen die Bierbikes auch nicht dem Bild, das Berlin als Touristenziel in aller Welt vermitteln will. Hier zu sehen ist ein Bierbike in Hannover. Foto: dapdBild vergrößern
Rein ästhetisch entsprechen die Bierbikes auch nicht dem Bild, das Berlin als Touristenziel in aller Welt vermitteln will. Hier zu sehen ist ein Bierbike in Hannover. - Foto: dapd

Jeder kennt sie aus dem Stadtbild: Mit bis zu 16 kreischenden Gästen rollen die schwer steuerbaren Bierbikes durch die Berliner Straßen – ein Spaß für Touristen, mitunter aber ein Ärgernis für Autofahrer.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat die rollenden Theken jetzt ausgebremst. Darauf hat Berlin nur gewartet – nun ist auch hier mit einem baldigen Verbot der Bierbikes zu rechnen. Zwar hält man sich bei der Verkehrsverwaltung vorerst mit offiziellen Statements zurück: „Wir prüfen, inwieweit wir aus dem Urteil Konsequenzen ziehen“, sagt deren Sprecher Mathias Gille. Inoffiziell sind aber in Koalitionskreisen deutlichere Worte zu hören. Denn nicht nur die Gefährte sind schwer steuerbar, sondern mit zunehmendem Alkoholisierungsgrad auch deren Passagiere.

„Die Dinger werden ja ausschließlich mit Pedalkraft betrieben“, sagt ein Verkehrspolitiker dazu. „Wenn die alkoholisiert sind und zum Beispiel aufhören zu treten, kommt im schlimmsten Falle die Feuerwehr nicht mehr durch. Wenn ich das verhindern kann, werde ich es verhindern.“

Seitens der CDU-Fraktion sagt deren verkehrspolitischer Sprecher Oliver Friederici: „Wir werden uns nächste Woche über das Thema verständigen.“ Gegen vier Leute auf einem Tandem wolle er ja nichts sagen, „aber 16 Personen auf so einer Rotunde – das geht nicht.“

Rein ästhetisch entsprechen die Bierbikes auch nicht dem Bild, das Berlin als Touristenziel in aller Welt vermitteln will.

Für die Bierbike-Branche könnte ein Verbot hingegen existenzbedrohend sein. Denn wenn die Fahrt mit dem Bierbike, wie vom Gericht in Münster konstatiert, eine erlaubnispflichtige Sondernutzung öffentlichen Straßenlandes wäre, dann müsste für jede einzelne Fahrt vorher eine Erlaubnis beantragt werden, mit eingehender Begründung und allem. „Wenn das so ist, dann wäre das hochkompliziert und sehr schädlich für unser Geschäft“, sagt Ulrich Hoffmann, Geschäftsführer der Event Bike and More GmbH. „80 Prozent unserer Kunden sind internationale Touristengruppen, die zugleich Sightseeing wollen“, sagt Hoffmann.

Viele Touren würden spontan gebucht, oft von Freitag auf Sonnabend, da sei aber keine Erlaubnis zu bekommen. Hoffmann zeigt sich dennoch verhalten optimistisch: „Die Stadt lebt ja auch vom Tourismus. Da denke ich, es wäre nicht im Sinne der Stadt, ein solches Verbot zu verhängen. Vielleicht lässt sich ja ein Mittelweg finden.“

Köln und Düsseldorf wollen speziell in ihren Innenstädten jetzt grundsätzlich keine Bierbikes mehr fahren lassen. Aber da ist die Kneipendichte ja auch so hoch genug.

Was halten Sie von der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), dass bei unverschuldeten Unfällen Radfahrer ohne Schutzhelm Anspruch auf vollen Schadenersatz haben?

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