Flüchtlinge in Berlin : Unterbringung von Flüchtlingen kostet 95 Millionen Euro

Seit 2010 hat die Zahl der Flüchtlinge in Berlin stark zugenommen. Da neue Unterkünfte beschafft werden müssen, steigen die Kosten durch Neubauten und Sanierung alter Gebäude drastisch an.

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Da Heimplätze fehlen, werden immer wieder Notunterkünfte benötigt. Hier spielen Mitarbeiter mit den Kindern. Foto: Britta Pedersen/picture alliance / dpa
Da Heimplätze fehlen, werden immer wieder Notunterkünfte benötigt. Hier spielen Mitarbeiter mit den Kindern.Foto: Britta Pedersen/picture alliance / dpa

Die Kosten für die Unterbringung von Asylbewerbern in Berlin sind in den vergangenen fünf Jahren rasant gestiegen – zwischen 2010 und 2014 von rund 2,1 Millionen Euro auf knapp 95 Millionen Euro jährlich. Dies geht aus der Antwort von Sozialstaatssekretär Dirk Gerstle auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten der Linksfraktion, Manuela Schmidt und Steffen Zillich, hervor. In demselben Zeitraum hat sich die Zahl der Flüchtlinge, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, von 2700 auf mehr als 11 300 erhöht.

Besonders bemerkenswert ist den Angaben zufolge aber, dass sich die jährlichen durchschnittlichen Unterbringungskosten mehr als verzehnfacht haben. Während zunächst noch genügend Kapazitäten in der Stadt vorhanden waren, mussten schon bald neue Unterkünfte geschaffen werden, was die Kosten entschieden erhöhte. Da auch Neubauten oder sanierte Gebäude immer noch nicht genügend Raum bieten, werden inzwischen viele Flüchtlinge zunächst in Hostels untergebracht. Die Betreiber können dann jeweils pro Person und Tag eine Pauschale von bis zu 50 Euro abrechnen. Das kann schon in einem Monat mit 1500 Euro zu Buche schlagen.

Die Kosten werden sich in diesem Jahr noch einmal stark erhöhen; denn es kommen immer mehr Asylbewerber in die Stadt. Täglich werden rund 100 neue Flüchtlinge registriert; bis zum Jahresende rechnet man insgesamt mit rund 30 000 Neuankömmlingen. Aber nicht alle bleiben in der Stadt und durchlaufen hier ihre Asylverfahren, zum Teil werden sie auch auf andere Bundesländer verteilt. Nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel muss Berlin rund fünf Prozent der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge aufnehmen.

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