Flughafen Berlin-Schönefeld : Die Behörde, die den BER sperrte

Der Baustopp am Flughafen BER geht zurück auf eine Entscheidung der Bauordnungsbehörde in Lübben. Deren Chef Stephan Loge verteidigt seine Leute.

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Landrat Stephan Loge vertraut seiner Behörde in Sachen BER.
Landrat Stephan Loge vertraut seiner Behörde in Sachen BER.Foto: dpa

„Meine Leute machen ihre Arbeit, so wie es sich gehört“, sagt Stephan Loge. Der SPD-Politiker ist Landrat des Landkreises Dahme-Spree und damit auch Chef der Bauordnungsbehörde in Lübben, die für den Flughafen BER in Schönefeld zuständig ist. Seine Behörde war es, die am Montag wegen drohender Einsturzgefahr durch zu schwere Entrauchungsventilatoren an der Decke die Terminalhalle gesperrt und sofort einen Baustopp verhängt hat.

Er wehrt ab, will das nicht überbewerten. „Es war ja schon mehr eine Selbstanzeige des Flughafens“, sagt Loge dazu. Schließlich sei Technikchef Jörg Marks sofort am Montag vorstellig geworden, um den Umgang mit dem neuen Statikproblem zu besprechen. Ja, auf diesen Unterschied legt Loge, der einen guten Einblick hat, wie es um den BER steht, durchaus Wert.

Schon im BER-Untersuchungsausschuss hatte er im April hervorgehoben, dass sich mit der neuen Führungsmannschaft unter Karsten Mühlenfeld und Technikchef Jörg Marks etwas geändert habe am Flughafen. Es sei kein Vergleich zu manchen Vorgängern, vor allem zum Ex-Flughafenchef Rainer Schwarz, der dachte, er könne sich alles erlauben. Loge war es, der mit seiner Mannschaft im Frühjahr 2012 sein Veto gegen den bis zuletzt ernsthaft betriebenen Versuch einlegte, die Baustelle als Flughafen mit Studenten als Türöffner in Betrieb zu nehmen. Und auch von Hartmut Mehdorn, der sich abschätzig über die Baubehörde in Lübben äußerte, die Baustelle selbst aber kaum voranbrachte, hielt Loge nicht viel.

Landrat ist er seit 2008, war zuvor seit 2002 Beigeordneter. In die Mark hatte es ihn aus Sachsen verschlagen. Der gebürtige Görlitzer, der ein Ingenieurstudium absolvierte und zu DDR-Zeiten bei der Reichsbahn als Dispatcher arbeitete, war nach 1990 Beigeordneter in Görlitz und Freital. Zunächst einmal ist er in diesen Tagen viel in eigener Sache unterwegs: Am 11. Oktober ist Landratswahl im Kreis Dahme-Spree.

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