Flughafen Berlin-Schönefeld : Dritte BER-Startbahn wird nun doch geplant

Da rollen die Milliarden: Nach vielen Dementis legt ein illegal entwendetes Papier der Flughafengesellschaft nahe, dass man sich vorbehält, den BER doch noch weiter auszubauen.

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Ob Tegel, Tempelhof, Schönefeld-Alt, Gatow, Staaken, - oder bald auch am BER: Jeder Flughafen hat nur zwei Start- und Landebahnen - eigentlich.
Ob Tegel, Tempelhof, Schönefeld-Alt, Gatow, Staaken, - oder bald auch am BER: Jeder Flughafen hat nur zwei Start- und Landebahnen...Foto: dpa

Eine dritte Startbahn für den Pannenflughafen BER bleibt eine Option. Das geht aus einer schriftlichen Stellungnahme der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) hervor. Die FBB bestätigte indirekt einen Bericht der „Bild am Sonntag“, die aus einem internen Papier zitierte. Laut BamS ist darin eine „genaue Planung“ einer dritten Rollbahn enthalten. Die Gesamtkosten für diese Kapazitätserweiterung würden sich auf 3,2 Milliarden Euro belaufen.

Die Flughafengesellschaft spricht nun von einer „irreführenden Aussage“, bestätigt aber zugleich die Existenz der „zitierten Unterlage“. Dabei handele es sich um ein „illegal entwendetes internes Papier der FBB. In dem Papier wird ein strategischer Ausblick bis zum Jahr 2035 gegeben, in dem die FBB mit deutlich mehr Passagieren rechnet als heute. Das Papier bündelt interne Überlegungen zu diesem Thema, stand aber zu keinem Zeitpunkt zur Entscheidung an.“

Ob explizit eine dritte Rollbahn erwogen wird oder nicht, lässt die Flughafengesellschaft offen. Das fehlende Dementi lässt aber darauf schließen, dass tatsächlich von einer dritten Rollbahn die Rede ist. FBB-Sprecher Ralf Kunkel hatte entsprechende Absichten gegenüber dem Tagesspiegel noch zurückgewiesen. Auch in der Vergangenheit hatten immer wieder Gerüchte über interne Planungen für eine dritte Startbahn die Runde gemacht. Die FBB und die Gesellschafter Berlin und Brandenburg wiesen solche Überlegungen stets zurück.

„Wenn Erweiterungen des BER anstehen, werden diese in Einzelmaßnahmen markt- und zeitgerecht zugeschnitten und im Aufsichtsrat der FBB beraten“, erklärt die Flughafengesellschaft weiter. „Für die nach der BER-Eröffnung notwendigen strategischen Investitionen für anstehende Kapazitätserweiterungen bedarf es keiner weiteren Gesellschaftermittel.“ Was nicht bedeutet, dass keine zusätzlichen Kosten auftreten.

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