Freibad am Poststadion : Im Bikini zur Demo

Moabiter demonstrieren für ein neues Schwimmbecken, obwohl der Abriss der Anlage neben dem Poststadion naht und eine neue Wellness-Oase geplant ist.

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Sonne und Wonne. Im maroden Schwimmbecken am Poststadion wird längst nicht mehr gebadet. Bald soll hier ein Spa entstehen.
Sonne und Wonne. Im maroden Schwimmbecken am Poststadion wird längst nicht mehr gebadet. Bald soll hier ein Spa entstehen.Foto: ddp

Gebadet wird hier schon lange nicht mehr. Im maroden Außenbecken des Sommerbads Moabit neben dem Poststadion feiern Touristen vom Zeltplatz Tentstation. Dieser aber verlässt das Gelände wie berichtet am 4. Oktober und zieht auf den St.-Thomas-Friedhof in Neukölln. Denn das Grundstück in Moabit ist längst verkauft. Eine Wellness-Anlage unter dem Namen „Vabali Spa“ soll dort entstehen, laut Investor – er betreibt auch das Kreuzberger Liquidrom – sind die „Fertigstellung und Eröffnung 2012“ geplant. Der Abriss der Schwimmanlage naht.

Auf dem Gelände ist eine Wellness-Anlage unter dem Namen "Vabali Spa" geplant.
Auf dem Gelände ist eine Wellness-Anlage unter dem Namen "Vabali Spa" geplant.Simulation: Promo/Theune

Doch eine Moabiter Initiative fordert an diesem Standort ein öffentliches Freibad. Weil die Wiedereröffnung des alten 50-Meter-Beckens nicht möglich ist, will der Verein „Moabit ist beste“ am Sonnabend für den Neubau eines Beckens auf der Sonnenwiese neben der Schwimmhalle demonstrieren. Die Demo beginnt um 15 Uhr am Rathaus Tiergarten und führt zum Bad, die Leute sollen in Schwimmkleidung kommen.

Dabei hatte der Bezirk als Ersatz bereits den Neubau eines 25 mal 12 Meter großen Ersatzbeckens auf der Sonnenwiese geplant, sagt Mittes Stadtentwicklungsstadtrat Ephraim Gothe. Das Becken sei „eine bedeutende Maßnahme“ und wichtig, um das Angebot in Moabit zu verbessern. Finanziert werden sollte es mit 1,35 Millionen Euro aus dem Programm Stadtumbau West. Doch der Neubau scheiterte.

Da die Bäderbetriebe wegen fehlender Gelder im Landeshaushalt keine neuen Bäder öffnen dürfen, wie Oloew sagte, sollte in einem speziellen Vertrag der Bezirk als Auftraggeber fungieren und ein eventuelles Defizit des Bads ausgleichen. Doch der Vertrag kam nicht zustande, der Neubau scheiterte. „Komplexe Rechtsfragen“ hätten bis zum Ende der Frist zur Beantragung der Fördergelder nicht geklärt werden können, sagt Oloew. Kommendes Jahr wird ein neuer Versuch gestartet.

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