• Gewerkschaften fordern mehr Rechte für Arbeiter auf BER: „Baustelle mit übelsten Bedingungen“

Gewerkschaften fordern mehr Rechte für Arbeiter auf BER : „Baustelle mit übelsten Bedingungen“

Der neue Flughafen sei keine Jobmaschine, sondern ein Labor für übelste Arbeitsbedingungen, kritisieren Gewerkschaften. Es ist nicht das erste Mal, dass die Gewerkschaften den BER ins Visier nehmen.

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Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisieren die Arbeitsbedingungen zahlreicher Beschäftigter rund um den Großflughafen BER. Statt als Jobmaschine erweise sich der neue Flughafen immer mehr als „Labor für übelste Arbeitsbedingungen“, sagte Verdi-Mitglied und ehemaliger Attac-Aktivist, Max Bitzer, auf einer Tagung in Schönefeld. „Da laufen wirklich Monster-Schweinereien“, sagte die DGB-Landesvorsitzende Doro Zinke.

Nicht nur würden für den Bau des neuen Airports mittel- und osteuropäische Arbeitnehmer systematisch ausgebeutet, sondern durch Outsourcing und Aufsplitten von großen Unternehmen bewusst die Mitbestimmung von Arbeitnehmern erschwert, so die Gewerkschaften. Namhafte Unternehmen wie etwa der Flughafendienstleister Globe Ground würden zudem zunehmend ihre Stammbelegschaften durch Leiharbeiter ersetzen.

Angaben der Gewerkschaften zufolge hat Globe Ground in den vergangenen drei Jahren rund ein Viertel seiner Stammbelegschaft durch Leiharbeiter ersetzt. Ende des Jahres laufe zudem die 2008 verabredete Beschäftigungsgarantie aus, berichtete Bitzer. Bereits jetzt werde versucht, vor allem ältere Mitarbeiter zum Ausscheiden zu bewegen. Ohnehin würden seit Längerem nur noch Leiharbeiter eingestellt.

Laut Gewerkschaften sind Versuche, das Lohnniveau zu drücken oder die Arbeitnehmermitbestimmung auszuhöhlen, in fast allen Branchen rund um den Flughafen BER zu finden. So existierten für keines der Unternehmen, das einen Zuschlag für den Catering- und Restaurantbereich erhalten hatte, Tarifverträge, noch gebe es dort Betriebsräte, sagte Zinke.

Bereits mehrfach hatte der DGB wie berichtet die Bedingungen kritisiert, unter denen angeworbene Polen, Rumänen und Ungarn auf der Flughafenbaustelle arbeiten müssen.

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