Hilfsangebot nach geplatzter Eröffnung : Leipzig-Halle will Flüge aus Berlin

Wo sollen die Flugzeuge landen, jetzt da der der neue Hauptstadtflughafen fürs erste geschlossen bleibt? Mehrere Airports melden sich als Alternative.

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In den nächsten zehn Monaten bis zur BER-Eröffnung wird es eng in Tegel und Schönefeld. Während die Betreiber verzweifelt versuchen, alle geplanten Flüge hier unterzubringen, wollen diverse andere Flughäfen in die Bresche springen – nicht ganz uneigennützig. Aus Sicht der Airlines stellen sie aber keine wirkliche Alternative dar.

Der Chef der Mitteldeutschen Flughafen-Holding, Markus Kopp, hat den Flughafen Leipzig-Halle als Ausweichort angeboten, wie Firmensprecher Uwe Schuhart bestätigte. In ersten Gesprächen hat man Fluggesellschaften und Reiseveranstalter auf diese Option hingewiesen. Für eine Entscheidung auf deren Seite ist es laut Schuhart aber noch zu früh. Derzeit laufen noch die Klärungen auch mit der Deutschen Flugsicherung, welche zusätzlichen, ab dem ursprünglichen Eröffnungstermin am 3. Juni geplanten Flüge in Tegel und Schönefeld untergebracht werden können.

Der mit der Bahn gut 100 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof entfernt liegende Flughafen Leipzig-Halle hat dagegen ebenso wie der in Dresden freie Kapazitäten. Gleiches gilt auch für den von der dänischen Airport Development A/S betriebenen Flughafen Magdeburg-Cochstedt, der sich ebenfalls ins Gespräch gebracht hat. Die Dänen haben auch den früheren DDR-Regierungsflughafen Neuhardenberg (Landkreis Märkisch Oderland) angeboten, der über eine 2400 lange Piste verfügt, aber kein Instrumentenlandesystem (ILS) für Schlechtwetteranflüge besitzt. Eigentümer Peter Solbeck hat in einem Schreiben an Wowereit, Platzeck und Flughafenchef Schwarz vorgeschlagen, dort zumindest Geschäftsreiseflugzeuge landen zu lassen, wenn diese in Tegel und Schönefeld nicht eingetaktet werden können. Es sei an der Zeit, „auf die Infrastruktur in Brandenburg zurückzugreifen“.

Ein Ausbau der früheren Militärflughäfen Neuhardenberg und Eberswalde-Finow für den Billigflieger Ryanair war von Brandenburg untersagt worden, weil für BER keine Konkurrenz erwachsen sollte. Eberswalde-Finow steht inzwischen nicht mehr für Verkehrsflugzeuge zur Verfügung, weil die Landebahn für den Bau eines Solarkraftwerkes halbiert wurde. Auch der Flugplatz Cottbus-Drewitz hat eine ausreichende Bahnlänge, aber ebenfalls kein ILS. Dagegen verfügen die Flughäfen Rostock-Laage und Schwerin-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern über solche Landehilfen und kämen ebenfalls in Betracht.

Ein Ausweichen bietet sich allenfalls für einzelne Flüge kleinerer Airlines an. Für die großen Gesellschaften ist das keine Alternative. „Wie sollen wir auf zwei Flughäfen ein Drehkreuz machen, das klappt ja nicht einmal zwischen Tegel und Schönefeld“, sagt Air-Berlin-Sprecher Uwe Berlinghoff. Man erwarte von den Berliner Flughäfen die notwendige Unterstützung, um alle Flüge dort unterzubringen, sagt auch Christoph Meier von der Lufthansa.

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