• Interview zum Neuen Kreuzberger Zentrum: „Die Menschen werden sonst an den Stadtrand verdrängt“

Interview zum Neuen Kreuzberger Zentrum : „Die Menschen werden sonst an den Stadtrand verdrängt“

Das NKZ am Kottbusser Tor soll an einen privaten Investor verkauft werden. John Dahl (SPD) fordert, dass der Bezirk sein Vorkaufsrecht nutzen sollte.

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Beim Verkauf könnten viele Menschen ihre Wohnungen verlieren.
Beim Verkauf könnten viele Menschen ihre Wohnungen verlieren.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Das Neue Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kottbusser Tor soll an einen privaten Investor verkauft werden. Bei einem Bieterverfahren unterlag unter anderem die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. Der Kaufpreis liegt bei rund 57 Millionen Euro. John Dahl von der SPD in Friedrichshain-Kreuzberg fordert in einem BVV-Antrag, der Bezirk solle sein Vorkaufsrecht beim NKZ nutzen.

Herr Dahl, das NKZ am Kotti ist laut, dreckig und ein Kriminalitätsschwerpunkt. Wieso sollte man so eine Immobile erwerben?

Es handelt sich beim NKZ mehrheitlich um alte Sozialwohnungen, die ursprünglich mit öffentlichen Geldern finanziert wurden. Die Menschen, die dort leben, haben keine großen Einkommen und würden ansonsten an den Stadtrand verdrängt. Es ist wichtig, dass wir diesen Bestand zurückholen, gerade weil wir hier von 250 Wohneinheiten sprechen – das lohnt sich richtig.

Die Gewobag konnte die finanziellen Forderungen für einen Kauf nicht erfüllen. Wie soll der Bezirk das schaffen?

Der Bezirk selbst kann das nicht stemmen. Die Mittel müssen über den Landeshaushalt, zum Beispiel die Siwa-Mittel, vorgestreckt werden. Das Land ist da in der Pflicht. Anschließend wird die Immobilie wieder an eine öffentliche Wohnungsbaugesellschaft verkauft, wodurch sich das idealerweise refinanziert.

Baustadtrat Schmidt (Grüne) hat bereits angekündigt, das Vorkaufsrecht zu prüfen.

Wir unterstützen seine Äußerungen. Bis jetzt hat Herr Schmidt vor allem heiße Luft produziert. Die muss er jetzt nutzen, um die Dampfmaschine anzufeuern.

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