Kolat will Impfquote verbessern : Berlin soll masernfrei werden

Bei der letzten großen Epedemie erkrankten 1400 Menschen - ein Kind starb. Jetzt könnte ein neuer Aktionsplan helfen.

Johannes Drosdowski
Der Masernvirus (Paramyxoviren) unter einem Transmissions-Elektronenmikroskopie
Der Masernvirus (Paramyxoviren) unter einem Transmissions-ElektronenmikroskopieIllustration: Hans R. Gelderblom, Freya Kaulbars. Kolorierung: Andrea Schnartendorff / promo

Im Kampf gegen Masern und Röteln legte der Senat dem Rat der Bürgermeister am Dienstag einen Plan von Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) vor. Der Anlass: Krankheiten gelten als eliminiert, wenn sich pro Jahr höchstens einer von einer Million Menschen ansteckt; in Berlin mit knapp drei Millionen Einwohnern wären das drei. Allein im Jahr 2017 wurden dem Berliner Gesundheitsamt bis Ende November hingegen 66 Masernfälle gemeldet.

Kolats Plan sieht vor, die Impfquote bei Kindern bis zur Einschulung von 92,3 auf 95 Prozent anzuheben sowie die 14- bis 27-Jährigen für nachholende Impfungen zu sensibilisieren. So die Bürgermeister dem Plan zustimmen, könnte der Anteil aller Berliner mit Impfschutz von 80 auf 90 Prozent steigen.

Diese Ziele will die Senatorin mithilfe konkreter Maßnahmen umsetzen. So sollen Eltern, die der Kita nicht wie gesetzlich gefordert einen Nachweis über eine Impfberatung vorzeigen können, dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Außerdem sollen die Gesundheitsämter bei der Einschulung Impfberatungen durchführen und Impfungen anbieten.

Außerdem sollen Jugendliche verbindlich zur Jugendschutzuntersuchung eingeladen und zusätzlich durch Betriebsärzte und andere Multiplikatoren sensibilisiert werden. Hinzu kommen vermehrte Laboruntersuchungen bei Verdacht auf Röteln.

Eine Impfpflicht hingegen sieht der Plan nicht vor, da bleibt Kolat klar: „Davon halte ich nichts.“

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