Kunst in Berlin : Die Lange Nacht der Museen mit Street-Art und Kiez-Touren

Am Samstag findet zum 20. Mal die Lange Nacht der Museen in Berlin statt. Die Highlights im Überblick.

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Die lange Nacht der Museen am Sonnabend, den 19.08.2017. Foto: Promo
Die lange Nacht der Museen am Sonnabend, den 19.08.2017.Foto: Promo

Rund 80 Häuser sind dabei, wenn die Lange Nacht der Museen am Samstag ihr 20. Jubiläum begeht. 800 Veranstaltungen sind geplant und dürfen sich wohl wie gewohnt auf viel Andrang einstellen: Zuletzt zog das Event in Berlin mehr als eine Million Besucher an. Das Motto zum Geburtstag lag gewissermaßen auf der Hand. „Made in Berlin“ heißt es diesmal, und im Mittelpunkt stehen berühmte Berliner Persönlichkeiten wie Karl Friedrich Schinkel und Käte Kollwitz, Marlene Dietrich und Uli Richter. In den Mittelpunkt gerückt werden auch kulturelle Schätze, die typisch sind für Berlin, wobei die Bandbreite von der Currywurst bis zur Königlichen Porzellan-Manufaktur reicht.

Das Berliner U-Bahn-Museum lässt zwischen den Bahnhöfen Zoo und Olympiastadion einen historischen Zug aus den 20er Jahren pendeln. Anhänger des runden Leders kommen bei Führungen durch die Schau „Hauptstadtfußball“ im Ephraim-Palais auf ihre Kosten. Das Schwule Museum lockt mit Operette und Lesungen. Die Queerspiegel-Autoren des Tagesspiegels werden hier von 30.30 Uhr bis 21.30 Uhr ihr Buch vorstellen. Das ist hervorgegangen aus ihrer Kolumne, in der sie unter dem Motto "Heteros fragen, Homos antworten" viele Facetten des queeren Lebens in Berlin erklärt haben. Zu einer Schnuppervorschau lädt die Streetart-Initiative „Urban Nation“ mit ihrem bald geöffneten Museum for Urban Contemporary Art. Das Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum im Schloss Biesdorf widmet sich in einem Performance-Projekt dem Verhältnis der Menschen zur IGA.

Agententraining im Laserparcours

Am Kulturforum zeigt das Kunstgewerbemuseum Design-Höhepunkte von mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten bis zu modernen Abendroben. Und im Untergeschoss, am Eingang zur Designsammlung, spielt ein Smartphone–Orchester.

Wer das Lebensgefühl der 50er und 6er Jahre nachempfinden will, wird einen Teil der Nacht im Museum für Kommunikation verbringen, bei der „Langen Nacht der Halbstarken“. Dort kann man sich auch passend stylen lassen, was wohl nicht ohne eine Menge Gel abgehen wird. Die von Emil Berliner erfundene Schellackplatte bringt das Deutsche Technikmuseum zu neuen Ehren. Dort legt der einschlägig spezialisierte Swing-DJ Stephan Wuthe auf.

Fahren in Berlin und Fahrten durch dessen Kieze

Außerdem werden Berliner Erfindungen präsentiert und Impressionen zum Thema „Fahren in Berlin“ mit verschiedenen Autos, Ochsenkarren und Pferdedroschken. Auch die Kiez-Touren durch Berlin stellen die Hauptstadt in den Mittelpunkt. Guides erklären hier viel Wissenswertes zur Lokalgeschichte und dem Kiezalltag. Es gibt drei verschiedene, die alle am Kulturforum in Tiergarten beginnen. Die erste führt durch Steglitz und Schöneberg (Beginn: 18.30 Uhr und 21.30 Uhr). Die zweite geht von Kreuzberg nach Neukölln (Beginn: 18.30 Uhr und 21.30 Uhr) und die dritte fährt über den Ku'damm und die Fasanenstraße und nach Wilmersdorf. (Beginn: 18.30 Uhr und 21.30 Uhr).

Notfalls können Promis entscheiden, wo es hingehen soll

Wie Berlin-typisch die vom Museum für Naturkunde präsentierte Spinnentiersammlung ist, mag im Auge des Betrachter liegen. Hochaktuell ist aber das vom Deutschen Spionagemuseum angebotene Agententraining im Laserparcours – galt Berlin doch lange als Hauptstadt der Spione.

Willkommen sind aus Sicht der Kulturprojekte, die das Ereignis zusammen mit den Museen organisieren, sowohl eilige Highlight-Sammler, neugierige Entdecker und Beobachter als auch heimliche Kreative. Wer sich im Wust der Veranstaltungen nicht entscheiden kann, bekommt auf der Homepage Empfehlungen von prominenten Berlinern, wie dem Intendanten der Berliner Philharmoniker, Martin Hoffmann, dem Philosophen Richard David Precht oder Sterne-Koch Tim Raue.

Weitere Informationen unter www.lange-nacht-der-museen.de

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