Maskenmann-Prozess : Nebenklägerin: Angreifer kam federnden Schrittes

Ein weiterer medizinischer Gutachter sagt im Maskenmann-Prozess aus. Er schließt leichtfüßige Bewegungen nicht komplett aus. Die Verteidiger wollen erneut die Unschuld ihres Mandanten beweisen.

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Hinter diesem gelben Hefter verbirgt der mutmaßliche "Maskenmann" im Gerichtssaal sein Gesicht.
Hinter diesem gelben Hefter verbirgt der mutmaßliche "Maskenmann" im Gerichtssaal sein Gesicht.Foto: dpa

Petra P. hatte sich am Dienstag zum Prozess Stiefel mit flachen Absätzen angezogen. Die Nebenklägerin im sogenannten Maskenmann-Prozess sollte im Gerichtssaal in Frankfurt (Oder) noch einmal zeigen, wie sich der Angreifer im Mai 2011 auf ihrem Grundstück auf sie zubewegt hatte. Tänzelnd wie ein Kampfboxer federte sie über das Parkett. Ein orthopädischer Gutachter wollte beurteilen, ob sich der Angeklagte Mario K. wegen seiner Knieverletzung überhaupt so locker bewegen könne.

Nach dem Auftritt der Ehefrau eines Berliner Unternehmers bot auch der Gutachter an, selbst einmal einen solchen Angriff aus seiner Sicht zu zeigen. „Ich habe zwei operierte Knie und kann beurteilen, welche Schmerzen der Angeklagte durch seine Schussverletzung im rechten Bein haben muss“, sagte der 42-jährige Arzt aus Neuhausen bei Cottbus. „Bei mir sieht es eher so als, als hätte ich zwei Holzbeine.“ Seine Füße hob er nur wenige Zentimeter vom Boden ab.

Der Angeklagte hat Knieverletzungen - von Schusswaffengebrauch

Der Gutachter schloss jedoch nicht aus, dass der Angeklagte Mario K. in der Lage wäre, sich so leichtfüßig zu bewegen. „Das ist zwar nach meinen elektro-physiologischen Messungen im Knie schwer vorstellbar, aber vielleicht hat er trotz eines zerstörten Nervs sich kurz so bewegt.“ Die Verletzungen im Knie hatte sich der Angeklagte bei einem Schusswaffengebrauch 1997 in Berlin zugezogen.

Wie schon bei einem im Februar gehörten ersten Gutachter wollten die Verteidiger erneut die Unschuld ihres Mandanten beweisen. Er soll nicht nur zweimal die Familie P. in Bad Saarow überfallen, sondern im Oktober 2012 auch den Berliner Bankier Stefan T. entführt haben, um von seiner Familie eine Million Euro für die Freilassung zu erpressen.

Der Orthopäde hatte damals ausgesagt, dass sich ein Mann mit einer derartigen Knieverletzung wie beim Angeklagten niemals in ein Sumpfgebiet wie am Storkower See begeben hätte. Doch genau dort soll die 35 Stunden dauernde Entführung stattgefunden haben. Stefan T. hatte sich nach eigenen Angaben selbst aus den Fesseln des Entführers befreien können.

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