Berlin : „Muslimtest“ empört die Türken

Wie türkische Blätter über den Gesprächsleitfaden berichten

Suzan Gülfirat

Der umstrittene Gesprächsleitfaden für einbürgerungswillige Nichtdeutsche in Baden-Württemberg sorgt weiter für Aufregung. Mittlerweile füllt das Thema in türkischen Zeitungen ganze Seiten und nicht nur das. „Gewissenlosigkeit hält an“, titelte etwa die Tageszeitung Türkiye am Freitag zu einem Bild des Stuttgarter Innenministers Heribert Rech. Das ist nur eines der Beispiele, das in den Blättern zu diesem Thema zu finden ist.

Die Zeitungen führen vor allem auf, wer aktiv geworden ist. Zum Beispiel sammelt Yasar Bilgin vom Interkulturellen Rat in Gießen als Koordinator der „Vereinigung der Türken in Europa“ (ETU) in der Stuttgarter Innenstadt Unterschriften gegen den Test. Am Sonnabend verkündete die Hürriyet groß, dass jetzt sogar die „AGIT“ gegen diesen „Islamtest“ in Aktion getreten ist. AGIT ist die türkische Abkürzung für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien. Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hatte sich Hilfe suchend an Ömer Orhun gewandt, der einer der persönlichen Berater des OSZE-Vorsitzenden ist. Orhun hat jetzt an den deutschen Leiter der OSZE, Axel Berg, einen Brief geschrieben. Allerdings habe dieser noch nicht geantwortet.

In einer Meldung auf der gleichen Seite hieß es außerdem, dass es Treffen zwischen Berlin und Stuttgart gab. Die Landesregierung Baden-Württemberg habe dem Botschafter der Türkei, Mehmet Ali Irtemcelik, gesagt, dass der Test bei allen Nationen und bei Verdacht angewendet werde. „Aber letztendlich geht man davon aus, dass der Test aufgrund der Fragen (…) nur bei Muslimen angewendet wird“, schrieb Hürriyet. In einer anderen Meldung verkündete sie, dass das Generalkonsulat in Karlsruhe für Ende Januar eine Podiumsdiskussion mit Vertretern der CDU, SPD, FDP und Linkspartei organisiert hat.

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