• Neue Studie zur Entwicklung bis 2030: Berlin wächst - bei Einwohnern und Wohnungspreisen

Neue Studie zur Entwicklung bis 2030 : Berlin wächst - bei Einwohnern und Wohnungspreisen

Fast fünf Prozent mehr Menschen werden in Berlin in 15 Jahren leben. Das lässt auch die Immobilienpreise steigen: um bis zu 15 Prozent.

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Gesucht: Bezahlbarer Wohnraum in Berlin.
Gesucht: Bezahlbarer Wohnraum in Berlin.Foto: Tim Brakemeier/dpa

Berlin ist mal wieder Spitze: In keiner anderen deutschen Stadt wächst die Bevölkerung bis zum Jahr 2030 so schnell wie hier und nirgendwo sonst steigen die Preise für Eigentumswohnungen so stark in dieser Zeit. Während die Bevölkerung in den kommenden knapp 15 Jahren um 4,74 Prozent zunimmt, steigen die Immobilienpreise um 14,49 Prozent. So steht es im „Wohnatlas 2015“, den die Helmut-Schmidt-Universität im Auftrag der Postbank verfasst hat.

Auch Potsdam und Hamburg wachsen kräftig

Berlin steht vor Potsdam und Hamburg an der Spitze der „wachsenden Städte“, heißt es in der Studie weiter. Der Anstieg der Bevölkerung sei vor allem auf den Zuzug von Flüchtlingen zurückzuführen. Und den Forschern zufolge steigt mit jedem Prozent, um den die Bevölkerung wächst, die Preise von Eigentumswohnungen um 3,5 Prozent und die von Eigenheimen um 1,9 Prozent.

Wohnungssuche der Flüchtlinge lösen "Kaskadeneffekte" aus

Warum aber sollte sich der Zuzug von Flüchtlingen, die ohne Job und Geld in die Stadt kommen und nicht gleich in Scharen eine Wohnung kaufen werden, auf die Preise derselben auswirken? „Der Flüchtlingszuzug hat keinen unmittelbaren Einfluss auf den Kaufpreis von Immobilien, aber er ruft sogenannte Kaskadeneffekte hervor“, schreiben die Forscher: Die Neu-Berliner brauchen preiswerte oder geförderte Wohnungen, dadurch und wegen der insgesamt größeren Nachfrage nach Wohnungen steigen die Mieten. Das kurbelt wiederum die Nachfrage nach Kaufimmobilien an – jedenfalls wenn die Mieten so hoch sind, dass man für dasselbe Geld einen Kredit zum Erwerb der eigenen Wohnung finanzieren kann.

Ab diesem Jahr kommen weniger Menschen aus Krisengebieten

Bei ihrer Prognose gehen die Forscher interessanterweise davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge „aufgrund politischer Maßnahmen“ deutlich zurückgeht. In den kommenden 15 Jahren rechnen sie nur noch mit dem Zuzug von einer Million Flüchtlinge – so viel wie in nur einem Jahr, 2015.


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