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Randale in Prenzlauer Berg : 120 Jugendliche zerstören Ferienwohnung

Lärm, Randale, fliegende Möbel und ein großer Polizeieinsatz: Eine Feier in einer Ferienwohnung in Prenzlauer Berg ist in der Nacht zu Sonnabend außer Kontrolle geraten.

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Jetzt ist alles ruhig. In der Rhinower Straße in Prenzlauer Berg zerlegten Jugendliche eine Ferienwohnung.
Jetzt ist alles ruhig. In der Rhinower Straße in Prenzlauer Berg zerlegten Jugendliche eine Ferienwohnung.Foto: Stefan Jacobs

Am Tag danach sah es schon wieder sehr aufgeräumt aus in der Rhinower Straße in Prenzlauer Berg. „Meinen lieben Kunden ein herzliches Dankeschön für die schöne Zeit!“, steht mit Kreide auf einer Tafel neben der Eingangstür. Die Botschaft dürfte sich auf den Laden im Parterre beziehen, dessen Jalousien heruntergelassen sind – jedenfalls ganz bestimmt nicht auf die Nacht zu Sonnabend. Etwa 120 junge Leute hatten am sehr frühen Morgen in einer Ferienwohnung lautstark gefeiert und so heftig randaliert, dass laut Polizei „nahezu alles zu Bruch ging“. Nach ersten Ermittlungen geriet die Party in der ruhigen Gründerzeitstraße westlich der Schönhauser Allee gegen 1.45 Uhr außer Kontrolle. Möbel seien aus dem Fenster geworfen, vieles zertrümmert worden. Zwei von Nachbarn wegen des Lärms und der Sachbeschädigungen herbeigerufene Streifenbeamte forderten sofort Verstärkung an. Unterdessen flüchteten jedoch etliche Partyteilnehmer. Mehr als 30 Beamte waren schließlich in dem Haus. Sie hielten noch 52 Jugendliche fest und nahmen deren Personalien auf.
Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere tausend Euro, der Hausbesitzer habe von rund 25.000 Euro gesprochen, hieß es. Was die Randale auslöste, war am Sonnabend noch unklar. Es soll zuvor keinen ernsthaften Streit oder eine Prügelei gegeben haben. Man wisse auch noch nicht, wer die als Feriendomizil vergebene Wohnung angemietet habe, teilte die Polizei mit.
Ein Nachbar erinnert sich am Samstagmittag an großen Krach in der Nacht, den er allerdings nur im Halbschlaf wahrgenommen habe. Seine Frau dagegen, die erst weit nach Mitternacht nach Hause gekommen war, weiß von Riesengebrüll und Gepolter zu berichten – und von Sirenen der nahenden Polizeiwagen. Dass es jetzt schon wieder so ordentlich aussieht, „dürfte wohl daran liegen, dass der Vermieter gleich morgens eine Aufräumaktion gestartet hat“, um nicht noch mehr Ärger zu bekommen.

„Früher war es manchmal wirklich schlimm, weil da auch eine Fünfzimmerwohnung an Feriengäste vermietet wurde“, berichtet der Nachbar. Jetzt seien es nur noch kleinere Domizile. Allerdings seien auch die bei Gästen aus aller Herren Länder gefragt, die eher wegen der Partys als wegen der Stadt herkämen.
Anhand der Klingelschilder sind die Ferienwohnungen für Unbeteiligte nicht zu erkennen. Der Nachbar weiß jedoch, „dass es noch einige gibt“ in dem Haus mit mehreren – akustisch ohnehin problematischen – Hinterhöfen. So unerträglich wie etwa in der Wilhelmstraße in Mitte sei die Belästigung für die Nachbarn aber nicht mehr, sagt der Mann. Jedenfalls nicht, seit er sich mehrfach bei lärmenden Feriengästen und Vermietern beschwert habe.

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