Berlin : Sanierter Henry-Ford-Bau wird eröffnet

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Die meisten Berliner kennen ihn aus ihrer Studienzeit, und wie wenige Bauwerke steht er für die Berliner Nachkriegsgeschichte: der Henry-Ford-Bau, das zentrale Gebäude der Freien Universität (FU) in Dahlem. Die Amerikaner stifteten den 1954 eröffneten Bau für die noch junge Universität, die nach dem Krieg von Studierenden aus Protest gegen die von den Kommunisten gleichgeschaltete alte Berliner Universität gegründet worden war. John F. Kennedy trat hier 1963 auf, und 1968 war das Auditorium maximum im Henry-Ford-Bau das Zentrum der Studentenbewegung.

Zwei Jahre lang wurde der Bau jetzt saniert. Zwischenwände wurden entfernt, um die alten Sichtachsen wiederherzustellen, und die Hörsäle mit moderner Kommunikationstechnik ausgestattet. Knapp vier Millionen Euro gab die FU dafür aus. Etwa 750 000 Euro kamen von privaten Spendern, das meiste von der amerikanischen Max-Kade-Foundation, nach der das Audimax jetzt benannt ist. Am morgigen Montag wird der sanierte HenryFord-Bau (Garystraße 35) wiedereröffnet. Neben einem Festakt mit FU-Präsident Dieter Lenzen und Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) ist ab 11 Uhr bei einem Tag der offenen Tür eine neue Ausstellung zur Geschichte der FU zu sehen. Zwischen 13 und 17 gibt es Architekturführungen. Zeitzeugen berichten über die Gründungsjahre der FU, die Rolle der Uni bei den Studentenprotesten und die Folgen des Mauerfalls. Und wer sich so richtig in die Unizeit der 50er Jahre zurückversetzen möchte, könnte kulinarisch auf seine Kosten kommen: Die FU-Mensa serviert Gerichte aus fünf Jahrzehnten. tiw

Mehr zum Thema in der Beilage der Freien Universität in der morgigen Tagesspiegel-Ausgabe

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