Berlin : Schneller trinken lohnt sich: Montag sinkt das Flaschenpfand

Jörn Hasselmann

Das Flaschenpfand wird billiger. Nur noch bis morgen gibt es für die Plastikflaschen von Coca-Cola und Co die bisher üblichen 70 Pfennig Pfand, was in der neuen Währung 36 Cent sind, zurück. Ab Montag gibt es für die PET-Flaschen des amerikanischen Brausekonzerns nur noch 15 Cent, also das Standard-Pfand, der auch für Wasserflaschen und Bügel-Bier-Buddeln gilt. Und auch bei den Kisten passt sich Cola der Branchennormalität von 3 Mark an. Bislang waren Cola-Kisten 5 Mark Pfand wert.

Colatrinker, die sich im alten Jahr kistenweise eingedeckt haben, müssen also bis morgen leer getrunken und abgegeben haben - oder sie machen einen gewissen Verlust. Denn statt der bis zum 31. Dezember gezahlten 13,40 Mark für eine Zwölfer-Kiste gibt es ab Montag nur noch 6,45 Mark (3,30 Euro) zurück, also 6,95 Mark weniger.

Echten Verlust macht bei dieser Pfandsenkung Coca-Cola selbst. Denn seit dem 1. Januar wurde in den Geschäften schon das niedrigere Pfand kassiert, wer also schnell austrinkt, kann diese 6,95 Mark pro Kiste als Gewinn einstreichen. Gekennzeichnet sind die Kisten nicht nach altem oder neuem Pfand. Der Konzern selbst schätzt den Verlust nicht so hoch ein. "Das sind keine großen Summen", sagte Coca-Cola-Sprecher Geert Hartmann. Denn um Reibach mit dem Pfand zu machen, müsse man ja erst einmal den Inhalt bezahlen, rechnet Hartmann vor.

Dennoch ist die Abkehr vom 1990 eingeführten 70-Pfennig-Pfand für den Konzern teuer. "Das kostet die Millionen", sagt der Geschäftsführer von Getränke Hoffmann, Rolf Harder. Denn der Konzern kündigte die Pfandsenkung mit einer großen Werbekampagne an. "Coca-Cola erwartet sich vom gesenkten Pfand einen höheren Absatz", sagt der Chef über 170 Hoffmann-Filialen in Berlin und dem Umland. Denn die Brause- und Wasserkonkurrenz in Glasflaschen sah auf dem Bon bislang optisch besser aus, einfach weil das Pfand einige Mark günstiger war. Schon Anfang 2000 hatten die Mineralwasserhersteller den Pfandpreis für ihre Plastikflaschen von 70 auf 30 Pfennig gesenkt, damals wollte Coca-Cola noch nicht mitziehen.

Lange Schlangen an der Leergutrückgabe wurden aber nicht beobachtet. "Die Kunden bringen etwas mehr zurück", hieß es in der Hoffmann-Filiale in der Schöneberger Akazienstraße. Das wiederum sei normal, sagt Harder. Seit jeher seien der September (wegen des großen Sommerdurstes) und der Januar (das Weihnachts-und-Silvester-Trinken) die Hauptrückgabemonate.

Neben Cola ist es der Euro, der zum Jahreswechsel Bewegung in die Pfandpreise brachte. Da sich die bisherigen 15 und 30 Pfennig nicht halbwegs exakt auf einen geraden Betrag umrechnen ließen, wurde bei Bier auf 8 Cent aufgerundet, bei Wasser auf 15 Cent abgerundet. Für Pfennigfuchser: Wer ab Montag eine Wasserflasche aus dem alten Jahr abgibt, macht einen Verlust von etwa 0,7 Pfennig. Wer dagegen eine Bierflasche aus dem alten Jahr abgibt, gewinnt 0,6 Pfennig. Eine Kiste voll Wasser oder Saft wird durch die Euro-Einführung 11 bis 15 Pfennig Pfand billiger, Bierkisten um 6 bis 9 Pfennig teurer. Die Getränkeverbände hatten vor der Euroeinführung den Handel verpflichtet, bis zum 19. Januar den höheren Pfandpreis aus dem alten Jahr auszuzahlen. Und Hoffmann-Geschäftsführer Harder kann sich sogar vorstellen, dass man bei Stammkunden noch länger Kulanz walten lässt.

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