Berlin : Senat stimmt Ehrenbürger Nummer 115 zu

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Dem Liedermacher, Dichter und Bürgerrechtler Wolf Biermann wird die Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin verliehen. Das hat der Senat gestern auf Bitten des Abgeordnetenhauses beschlossen. „Einvernehmlich und ohne Aussprache“, sagte der Senatssprecher Michael Donnermeyer nach der Kabinettssitzung.

Biermann wird der 115. Ehrenbürger Berlins. Der Senat werde jetzt einen Termin für die Übergabe der Auszeichnung mit ihm abstimmen, so Donnermeyer. Die Feierstunde werde, wie in diesen Fällen üblich, im Roten Rathaus stattfinden. Der Regierende Bürgermeister hält die Laudatio. „Ob es ein Kulturprogramm gibt, an dem sich vielleicht Biermann selbst beteiligt, wird noch geklärt“, sagte der Senatssprecher. Die Tatsache, dass der Senat über die Verleihung der Ehrenbürgerwürde nicht diskutierte, begründete Donnermeyer damit, dass zu diesem Thema inzwischen „alles von fast allen gesagt worden ist“. Der Regierende Bürgermeister hatte den öffentlichen Streit um die Auszeichnung Biermanns von Anfang an schweigend verfolgt. Offiziell wurde dies damit begründet, dass Wowereit die Ehrung durch das Gezänk zwischen den Parlamentsparteien beschädigt sah.

Uwe Lehmann-Brauns (CDU), Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, äußerte trotz des Beschlusses leise Bedenken, „dass noch etwas schiefgehen könnte“. Der Senat solle die Einladung für die Feierstunde, die Reden und den Rahmen der Veranstaltung mit dem künftigen Ehrenbürger absprechen, forderte Lehmann-Brauns, Anwalt und enger Freund Biermanns. Die Frage, ob es einen konkreten Anlass für seine Bedenken gebe, verneinte er ausdrücklich. „Wolf Biermann freut sich über die Ehrung und hat die öffentliche Kontroverse um seine Person als ein Stück Aufklärung verstanden.“ za

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