Berlin : Staatssekretärin ließ sich überraschend in Ruhestand versetzen

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Frauen-Staatssekretärin Helga Korthaase (SPD) scheidet am kommenden Freitag nach knapp neun Jahren aus dem Amt. Der Senat beschloss gestern überraschend ihre Versetzung in den einstweiligen Ruhestand. Dies geschah förmlich auf Vorschlag ihrer SPD-Senatorin Gabriele Schöttler (Arbeit, berufliche Bildung, Frauen). Gründe wurden nicht genannt und sind nach dem Beamtenrecht nicht erforderlich. Die 61-jährige Helga Korthaase sagte dem Tagesspiegel auf Anfrage, sie sei "gesundheitlich sehr angeschlagen" und folge dem Rat ihres Arztes. Sie habe "Krankschreibungen vermeiden" wollen. Außerdem "habe ich 40 Jahre gearbeitet und wäre mit 60 rentenfähig gewesen."

Frau Korthaase erhält sofort eine Pension von 75 Prozent ihrer Staatssekretärsbezüge. Künftig hat sie mehr Zeit für ihre Ehrenämter. Sie ist seit zwei Wochen Vorsitzende des Landesfrauenrats. Ferner ist sie Vorsitzende des Vereins ehemals suchmittelabhängiger Frauen und im Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand wenige Wochen vor der Senatsneubildung hat Verwunderung ausgelöst. Ihr Ehemann Hermann Borghorst ist stellvertretender Partei- und Fraktionschef der SPD und seit längerem als möglicher Fraktionschef oder für ein Regierungsamt im Gespräch. Frau Korthaase sagte, ihr Abschied habe mit der Senatsbildung nichts zu tun.

Sie gehörte vor ihrer Berufung zur Frauen-Staatssekretärin Anfang 1991 zehn Jahre dem Abgeordnetenhaus an, wo sie 1981 die Gleichstellungsstelle der SPD-Fraktion initiiert und sich um Frauenfragen gekümmert hatte. Bis Anfang 1991 hat sie auch ihren Beruf als Röntgenassistentin ausgeübt.

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