Grunewald : „Tresor“-Chef will Wasserwerk in Kunstraum verwandeln

Tresor-Betreiber Dmitri Hegemann will ein Ausflugslokal in Zehlendorf mit Lichtinstallationen in einen Kunstraum verwandeln. Die Behörden teilen seine Begeisterung bislang nicht.

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Besuch im Waldhaus. Hegemann hat einiges vor mit seinem Objekt, das sich an der Onkel-Tom-Straße 200 in Zehlendorf befindet.
Besuch im Waldhaus. Hegemann hat einiges vor mit seinem Objekt, das sich an der Onkel-Tom-Straße 200 in Zehlendorf befindet.Foto: Mike Wolff

Krönung statt Dröhnung, Torte statt Techno – getreu diesem Credo eröffnete Tresor-Betreiber Dimitri Hegemann vor vier Jahren in Zehlendorf an der Krummen Lanke das Café „Waldhaus Ostermann“. Mit dem Ausflugslokal, das sich in einem stillgelegten Wasserwerk befindet, hat der 56-Jährige nun Größeres vor: Der amerikanische Lichtkünstler James Turrell soll das Gebäude in einen Kunstraum verwandeln. Die Pläne will Hegemann am heutigen Donnerstag ab 17 Uhr im Rathaus Zehlendorf öffentlich vorstellen.

Das Projekt wäre eine echte Bereicherung für die Stadt, da ist sich Hegemann sicher. James Turrell gilt als Pionier der sogenannten Land-Art, er verwandelt entlegene Landstriche in architektonische Kunstwerke und setzt diese mit Lichtinstallationen in Szene. Seine bekannteste Arbeit ist ein erloschener Vulkankrater in der Wüste von Arizona, in dem Turrell etliche begehbare unterirdische Räume und Schächte anlegte.

Mäzen Dieter Rosenkranz, der die Temporäre Kunsthalle finanzierte, machte Hegemann und Turrell miteinander bekannt. Zwischen ihnen entwickelte sich ein enger Kontakt. Der Amerikaner kam in den vergangenen Jahren mehrfach nach Berlin, besuchte immer wieder auch das Wasserwerk. Der Ort und das Gebäude beeindruckten ihn, so entstand die Idee der Zusammenarbeit. Mithilfe von Architekten entwickelten Hegemann und Turrell Pläne zum Aus- und Umbau.

Nur die Behörden teilen die Begeisterung für das Vorhaben bislang nicht, denn das Wasserwerk befindet sich in einem Naturschutzgebiet – und das könnte nach dem Ausbau womöglich in Mitleidenschaft gezogen werden. Hegemann versichert jedoch, dass er keinen Massentourismus beabsichtige. Denkbar seien wöchentliche Führungen für Gruppen mit bis zu 15 Teilnehmern, die sich vorher anmelden müssen – so wie im einstigen Techno-Club Bunker in Mitte, in dem der Wuppertaler Sammler Christian Boros zeitgenössische Kunst zeigt. hey

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