Kult-Imbiss : Konnopke zieht 30 Meter weiter und will dafür 100000 Euro

Waltraud Ziervogel hat zugestimmt, ihre berühmte Wurstbude „Konnopke’s Imbiß“ am U-Bahnhof Eberswalder Straße abzureißen und 30 Meter weiter nördlich neu zubauen – jedenfalls unter bestimmten Bedingungen.

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Mehr als zwei Jahre lang ging es wortwörtlich um die Wurst, jetzt ist bei diesem eigenartigen Streit ein Ende ist Sicht. Waltraud Ziervogel hat zugestimmt, ihre berühmte Wurstbude „Konnopke’s Imbiß“ am U-Bahnhof Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg abzureißen und 30 Meter weiter nördlich neu zu bauen – jedenfalls unter bestimmten Bedingungen. Das teilte ihr Anwalt am Montag dem Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner in einem Schreiben mit. Kirchner freut sich, dass die 74-Jährige verhandlungsbereit ist. In einem Monat sei die Umgestaltung des Areals beendet, dann führe der Fußgängerstrom sowieso am neu angedachten Standort vorbei. Ein Abriss würde zudem verhindern, dass der Imbiss für 50 000 Euro verhüllt werden müsste. Denn Ende Juni wird das U-Bahnviadukt rund um die Station sandgestrahlt, wobei giftige Stoffe freikommen könnten.

Ziervogel stimmt zwar einem Neubau zu, will den Kiosk aber trotzdem verhüllen lassen. „Ich will erst den neuen Imbiss haben, bevor der alte abgerissen wird“, sagt sie. Sie fürchtet, am Ende ganz ohne Geschäft dazustehen. Das Geld für die Umhüllung will Kirchner aber lieber in den Neubau stecken. Auch bei der finanziellen Unterstützung für den neuen Imbiss sind sich die Parteien uneinig: Die Imbisschefin will 100 000 Euro – das ist das Doppelte der Summe, die bisher im Gespräch war und für Kirchner zu viel. Jetzt muss verhandelt werden, wozu beide Seiten bereit sind.

Unstrittiger sind die restlichen auf Ziervogels elf Punkte umfassender Wunschliste. Der Kern: Eine neue, unterkellerte Imbissbude mit überdachtem Garten und Toiletten für Angestellte und Kunden. Für Bezirksstadtrat Kirchner kein Problem. Überhaupt habe er der Imbisschefin sechs der elf Punkte bereits im Januar vorgeschlagen. Jetzt ärgert er sich darüber, wertvolle Zeit für Detailfragen verloren zu haben. Trotzdem ist er zuversichtlich, bei dem für den Bezirk „unverzichtbaren Imbiss“ zügig eine Einigung zu erreichen. Ähnlich geht es wohl auch Frau Ziervogel – am Freitag trifft sie sich bereits mit einem Architekten für den neuen Imbiss. Christoph Spangenberg

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