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Stadtplanung : Der Senat beschließt das Schloss

21.02.2012 21:24 Uhrvon
Rondell. An der Rathausbrücke, hier mit dem Reiterstandbild des Großen Kurfürsten (li.), soll die Schlossfassade nach dem historischen Vorbild abgerundet gestaltet werden.Bild vergrößern
Rondell. An der Rathausbrücke, hier mit dem Reiterstandbild des Großen Kurfürsten (li.), soll die Schlossfassade nach dem historischen Vorbild abgerundet gestaltet werden. - Foto: akg-images

Der Bebauungsplan für die Rekonstruktion des Schlüterbaus steht. Jetzt startet im März der Wettbewerb zur Gestaltung des Umfeldes. Dabei soll der Pariser Louvre das Vorbild sein.

Der Weg für die Rekonstruktion des Berliner Schlosses ist geebnet: Der Senat hat am Dienstag den Entwurf für den Bebauungsplan des Schlüterbaus beschlossen. Dies sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller nach dem Beschluss. Der Bebauungsplanentwurf soll noch im März ins Abgeordnetenhaus eingebracht werden, so dass Ende kommenden Monats auch mit einem Parlamentsbeschluss zu rechnen sei.

Sobald dieser vorliegt, will die Stiftung Berliner Schloss Humboldt-Forum mit den Arbeiten zur Befestigung des Baugrunds beginnen. Der Grundstein für das Schloss wird 2013 gelegt. Auch den seit langem angekündigten Wettbewerb zur Gestaltung des Umfeldes am Neubau will der Senat noch in diesem Jahr ausloben.

Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) sprach von einer „wichtigen Weiterentwicklung dieses zentralen historischen Ortes in Berlin“. Ziel sei es, die Stadt auch an diesem Ort „lebendig und erlebbar zu gestalten“. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher kündigte an, „den Freiraumwettbewerb bis Mitte des Jahres“ ausschreiben und bis Ende des Jahres Ergebnisse vorlegen zu wollen. Lüscher will „keine historische Rekonstruktion“ des Schlossplatzes und der anderen Bereiche rund um das Humboldt-Forum. „Die Zeit ist nicht stehen geblieben“, so die Senatsbaudirektorin weiter. Deshalb erwarte sie eine „zeitgenössische Gestaltung des Umfeldes“. Lüscher nannte den Pariser Louvre als Vorbild. Vor dem früheren Königspalast, der heute als Museum dient, stellte Architekt I. M. Pei Ende der 80er Jahre eine Glaspyramide auf, die als Eingangsbereich dient.

Platz für sechs Busse - und 440 Fahrräder

Die historischen Kellergewölbe des gesprengten Schlosses will die Senatsbaudirektorin weitgehend erhalten und so in den Neubau integrieren, dass Besucher diese auch besichtigen können. Nach Angaben des Chefs der Schlossstiftung, Manfred Rettig, werden zum Beispiel an der Nordfront des Schlosses frühere Kellergänge geöffnet. Dort sind historische Spuren zu finden, sogar Löcher für die Dynamitladungen, die 1950 zur Sprengung des Barockbaus dienten. Die historischen Gemäuer werden auch von einer Garderobe des Neubaus aus einzusehen sein.

Dass der Senat trotz Widerstands des Koalitionspartners CDU kein Geld für den Bau des geplanten Archäologischen Zentrums am Petriplatz bereitstellen will, bestätigte Müller erneut: „Im Moment ist das Zentrum nicht eingeplant.“ Müller bestritt, dass er selbst mit Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) das Vorhaben aus dem Haushaltsplan gestrichen habe. Vielmehr wolle er den Bau „nicht gegen andere durchsetzen“. Die Prioritätensetzung liege beim Kultursenator Klaus Wowereit, stellt Müller klar. Das Archäologische Zentrum sollte als Ausgangspunkt einer Promenade dienen durch das historische Zentrum zu den archäologischen Fenstern, etwa am Schloss.

Wie Lüscher favorisiert wohl auch Müller modernere Baukörper im historischen Zentrum: Den gläsernen Kubus von Thyssen-Krupp, der sich gegenüber vom Schloss vor das Staatsratsgebäude schieben soll, nannte Müller einen „ganz spannenden Plan“. Dieser „Bruch in der Gestaltung und Optik“ habe eine Debatte ausgelöst. Es sei aber auch gut, dass „kein Schnellschuss“ in der Sache erfolge. Die Baufläche für den Kubus hatte der frühere Senatsbaudirektor Hans Stimmann freigegeben mit dem Ziel, dadurch den Schlossplatz einzufassen und den historischen Stadtgrundriss zu rekonstruieren.

So wird geplant: Das Humboldforum soll zwischen Berliner Dom und ehemaligem Staatsratsgebäude gebaut werden.Bild vergrößern
So wird geplant: Das Humboldforum soll zwischen Berliner Dom und ehemaligem Staatsratsgebäude gebaut werden. - Grafik: Pieper-Meyer

Die nun vorliegende Baugenehmigung sieht dort, wo einmal der Schlossplatz war, sechs Halteplätze für Reise- und Rundfahrtbusse vor, drei Halteplätze für Taxis sowie Metallbügel für 200 von insgesamt 440 Fahrradstellplätzen am Humboldt-Forum. Auch die Nutzer des Neubaus – darunter Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Zentral- und Landesbibliothek sowie Humboldt-Universität – sollen dort für ihre Einrichtungen werben können. Ob es dann noch möglich ist, wie Lüscher hofft, „die Öffentlichkeit nahe an das Humboldt-Forum heranzuführen“?

83 Einwendungen gegen den Bebauungsplan

Immerhin sind alle Flächen rund um das Schloss „mit öffentlichem Wegerecht“ belegt. Damit soll sichergestellt werden, dass Besucher rund um die Uhr nahe ans Schloss herankommen. Der Senat will verhindern, dass die Umgebung so ausgestorben wirkt wie das Umfeld mancher Bundesbauten nach den Dienstzeiten, weil Cafés, Gaststätten oder Läden in den Gebäuden fehlen. Stadtentwicklungssenator Müller kündigte dazu ein Gespräch mit Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) an, das unter anderem den Neubau des Bundesbildungsministeriums betreffen soll.

Am und um den Schlossplatz. Im März sollen die Erdarbeiten für den Bau des Humboldt-Forums beginnen.Bild vergrößern
Am und um den Schlossplatz. Im März sollen die Erdarbeiten für den Bau des Humboldt-Forums beginnen. - Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Der vorgelegte Bebauungsplan sieht die Wiederherstellung des Schlosses in der historischen „Kubatur“ des Stadtschlosses vor, einschließlich Kuppel und Dachrestaurant – falls deren Bau finanzierbar ist. Gegen den Bebauungsplan habe es 83 Einwendungen von Bürgern gegeben, sagte Senatsbaudirektorin Lüscher. Dies sei für ein Projekt dieser Größenordnung nicht besonders viel. Ein Drittel der kritischen Bürger hätten mehr historisierende Elemente am Gebäude gefordert, ein Drittel weniger davon. Der Rest der Einwendungen habe das Umfeld des Schlosses zum Gegenstand gehabt.

Stadtentwicklungssenator Müller sagte weiter, dass das Land Berlin sich auch finanziell an dem Schoss beteilige. Neben der Bereitstellung von Teilgrundstücken würden 32 Millionen Euro in die Realisierung des Gebäudes fließen. Zudem seien fünf Millionen Euro für „die weitere Gestaltung des Umfeldes“ vorgesehen. Das Schloss werde „ein Ort der Begegnung der Kulturen und Nationen werden und der Diskussion.“

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