Stararchitekt David Chipperfield plant für Bötzow-Areal : Kultur im Brauhof

Chipperfields Masterplan für die einstige Bötzow-Brauerei sieht eine Kulturvilla, eine Kunsthalle und eine Galerie vor.

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Architekt David Chipperfield hat den Durchblick: Auf dem Areal der Bötzow-Brauerei sollen drei Neubauten hin.
Architekt David Chipperfield hat den Durchblick: Auf dem Areal der Bötzow-Brauerei sollen drei Neubauten hin.Foto: picture alliance / dpa

Auf dem Areal der Bötzow-Brauerei in Prenzlauer Berg werden drei Neubauten geplant. So sollen am Zugang zum Gelände an der Prenzlauer Allee eine Kulturvilla und eine Kunsthalle entstehen, zur Saarbrücker Straße hin ist eine Galerie vorgesehen. Dies geht aus dem Masterplan hervor, den der britische Architekt David Chipperfield entworfen hat und der dem Tagesspiegel vorliegt. Chipperfield hatte in Berlin unter anderem den Masterplan für die Museumsinsel entworfen und das Neue Museum gebaut.

Der Investor Hans Georg Näder, Eigentümer und Chef des Medizintechnikunternehmens Otto Bock, hatte Chipperfield für die Gestaltung des Areals gewinnen können. Ursprünglich war hier auch der Bau von 30 Lofts vorgesehen. Diese Pläne hatte Näder wieder verworfen. Dem Tagesspiegel sagte der Unternehmer, der hier 100 Millionen Euro investieren möchte, dafür habe es zwei Gründe gegeben: Zum einen ausufernde, individuelle Änderungswünsche der Interessenten, und zum anderen die Gefahr, dass „die DNA“ des historischen Geländes zerstört würde.

Die Zukunft der Bötzow-Brauerei
Die 1885 eröffnete Bötzow Brauerei war damals die größte Privatbrauerei Norddeutschlands mit einer Kapazität von 210.000 Hektolitern und einem 5.000 m² großen unterirdischen Lagerkeller. Die erstklassige Qualität des Bieres brachte Julius Bötzow schon 1886 die Ernennung zum Hoflieferanten ein und machte seinen Biergarten auf dem Brauereigelände mit Platz für 6.000 Gäste zum beliebten Ausflugsziel.Weitere Bilder anzeigen
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30.08.2013 12:38Die 1885 eröffnete Bötzow Brauerei war damals die größte Privatbrauerei Norddeutschlands mit einer Kapazität von 210.000...

Näder hat vor, in den alten Gemäuern ein „Future Lab“ anzusiedeln. Hier sollen, in seinen Worten, „die ideenreich Verrückten und die Strukturierten“ zusammenkommen, um an der Entwicklung von Hightech-Prothesen zu forschen. 200 Mitarbeiter seiner Firma werden hier von 2015 an arbeiten. Außerdem ist an der Saarbrücker Straße ein Hotel geplant, an der Ecke zur Prenzlauer Allee soll der einst größte Biergarten Berlins wieder erstehen, und in die Kellergewölbe zieht ein großer Markt ein. Während der Übergangszeit wird die Brauerei für Ausstellungen genutzt.

Otto Bock ist ein weltweit führender Hersteller und Entwickler von Medizintechnik. Die Firma wurde 1919 in einem Kreuzberger Hinterhof gegründet und hat den Hauptsitz nun im niedersächsischen Duderstadt. Für Näder, Enkel des Firmengründers, ist Bötzow eine Art Heimkehr nach Berlin.

Ab Freitag erscheint das neue Wirtschaftsmagazin des Tagesspiegels "Berliner Köpfe".

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